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Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis, Magen-Darm-Infekt): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Juli 2016)

Magen-Darm-Grippe ist eine eher umgangssprachliche Bezeichnung für die Gastroenteritis: Dabei handelt es sich um eine Entzündung (-itis) des Magens (Gaster) und des Darms (Enter-). Da meist Krankheitserreger hinter der Entzündung stecken, spricht man auch von einem Magen-Darm-Infekt.

Mit der echten Grippe (Influenza) hat die Magen-Darm-Grippe nichts zu tun.

Wenn die Magen-Darm-Schleimhaut bei einer Gastroenteritis akut entzündet ist, sondert sie vermehrt wässriges oder schleimiges Sekret ab: Dies bezeichnet man als Katarrh. Typischerweise geht die Magen-Darm-Grippe mit Brechdurchfall einher.

Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz besteht für bestimmte Erreger der Magen-Darm-Grippe in Deutschland eine Meldepflicht. So sind nachgewiesene Infektionen mit Campylobacter, Salmonellen, Yersinia enterocolitica, EHEC sowie sonstigen krankmachenden Darmbakterien der Art Escherichia coli, Shigellen, Giardia lamblia, krankmachenden Cryptosporidium-Arten, Rotaviren und Noroviren namentlich meldepflichtig. Typhus, Paratyphus und Cholera sind schon beim Verdacht sowie bei Erkrankung, Tod und Ausscheidung namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.

Daneben sind der Verdacht auf und die Erkrankung an einer durch Erreger bedingten Lebensmittelvergiftung oder an einer akuten ansteckenden Gastroenteritis namentlich zu melden, wenn:

  • jemand betroffen ist, der beruflich Umgang mit Lebensmitteln hat, oder
  • zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, zwischen denen ein Zusammenhang bestehen könnte.

Bei Kindern unter sechs Jahren, die eine Kindertagesstätte oder eine ähnliche Gemeinschaftseinrichtung besuchen, ist eine Magen-Darm-Grippe allgemein meldepflichtig. Betroffene Kinder dürfen die Einrichtung erst dann wieder besuchen, wenn sie zwei Tage lang keine Magen-Darm-Beschwerden mehr hatten.

Häufigkeit

Die akute Magen-Darm-Grippe ist weit verbreitet: In Deutschland entwickeln alle Erwachsenen durchschnittlich jedes Jahr rund einmal eine Gastroenteritis – dies bedeutet etwa 65 Millionen Fälle jährlich. Säuglinge und Kleinkinder fangen sich noch häufiger einen Magen-Darm-Infekt ein: In den ersten drei Lebensjahren hat jedes Kind zwei- bis dreimal jährlich Brechdurchfall.

Bei Erwachsenen verläuft eine Magen-Darm-Grippe zu 78 Prozent mit Durchfall, zu 12 Prozent mit Erbrechen und zu 10 Prozent mit beiden Symptomen. Durchschnittlich dauert eine Gastroenteritis drei bis vier Tage. Mehr als ein Drittel der Betroffenen gehen mit ihren Beschwerden zum Arzt, weniger als 1 bis 3 Prozent kommen in ein Krankenhaus.

Auch als Reisedurchfall ist die Magen-Darm-Grippe häufig: Die Gastroenteritis gilt als die häufigste Infektionskrankheit bei Fernreisenden. In Gebieten mit besonders hohem Ansteckungsrisiko (wie Mittelamerika, tropisches Afrika oder Südasien) fangen sich bis zu 50 Prozent der Reisenden einen Magen-Darm-Infekt ein. In anderen Gebieten (wie China oder Karibik) beträgt die Ansteckungsrate schätzungsweise bis zu 15 Prozent. Pro Jahr gibt es weltweit insgesamt rund 40 Millionen Fälle von Reisedurchfall.



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