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Magen-Darm-Virus

Stand: 09. August 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall – oft steckt ein Magen-Darm-Virus hinter diesen Beschwerden. Das Virus löst eine Magen-Darm-Grippe aus, die mit einer Entzündung der Schleimhäute von Magen und Darm einhergeht. Brechdurchfall ist die unangenehme Folge.

Das Bild zeigt eine Frau, der übel ist.
Ein Magen-Darm-Virus löst Erbrechen und Durchfall aus.

Eine Magen-Darm-Grippe ist durchaus ansteckend – sie wird meist durch eine Schmierinfektion übertragen: Die Viren gelangen aus Stuhl und Erbrochenem des Erkrankten auf Gegenstände und Oberflächen. Von dort können die Erreger über die Hände in den Körper einer anderen Person gelangen, die sich auf diesem Weg mit dem Magen-Darm-Virus ansteckt.

Auch möglich: Das Magen-Darm-Virus verbreitet sich über eine Tröpfcheninfektion, etwa wenn beim Erbrechen virushaltige Tröpfchen über die Luft direkt auf andere Personen übertragen werden. Ein Magen-Darm-Virus kann sich mitunter sehr rasch ausbreiten, zum Beispiel in Kindergärten, Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen. Im Jahr 2007 traten in Deutschland rund 400.000 Fälle einer Magen-Darm-Grippe auf. Die meisten davon waren Folge eines Magen-Darm-Virus.

Vor allem Säuglinge und Kinder sind von Magen-Darm-Viren betroffen: In den ersten drei Lebensjahren erkrankt jedes Kind etwa zwei- bis dreimal jährlich an einer Magen-Darm-Grippe.

Welche Symptome sind für ein Magen-Darm-Virus typisch?

Ein Magen-Darm-Virus führt meist zu recht plötzlich auftretenden Symptomen, wie:

Je nachdem, um welches Magen-Darm-Virus es sich handelt, fallen die Beschwerden recht milde oder eher heftig aus. Bei Erwachsenen sind Noroviren, bei Säuglingen und Kleinkindern Rotaviren die Hauptursache einer Magen-Darm-Grippe.

Ein Magen-Darm-Virus kann darüber hinaus zur Gruppe der Astroviren, Coronaviren oder Adenoviren gehören.

Ist ein Magen-Darm-Virus gefährlich?

Bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen – vor allem wenn Vorerkrankungen bestehen – bringt eine Magen-Darm-Grippe gewisse Risiken mit sich. Eine angemessene Therapie durch einen Arzt ist bei diesen Personengruppen daher wichtig. Alte Menschen kann eine Infektion mit dem Norovirus besonders schwächen. Starker Brechdurchfall kann zu einem ausgeprägten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen. In schweren Fällen geraten Organe in Mitleidenschaft, zum Beispiel die Nieren. Mögliche Folge: ein Nierenversagen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es aufgrund einer Infektion mit einem Magen-Darm-Virus in seltenen Fällen dazu kommen, dass sich ein Teil des Darms nach innen stülpt (Invagination). Eine Invagination geht mit sehr starken Schmerzen einher. Ein Arzt kann mittels Ultraschall nachweisen, ob eine Invagination vorliegt.

Je nachdem, wie stark die von einem Magen-Darm-Virus ausgelösten Symptome sind, kann eine Therapie im Krankenhaus erforderlich sein. Dort bekommt der Betroffene bei großem Flüssigkeitsverlust oder in Fällen, in denen er nicht ausreichend trinkt oder trinken kann, die erforderlichen Nährstoffe über eine Vene als Infusion oder über eine Nasensonde in den Magen verabreicht.

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