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Typhus, Paratyphus

Stand: 31. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Sowohl Typhus als auch Paratyphus entstehen durch Bakterien der Gattung Salmonella. Während jedoch Typhus (auch Bauchtyphus genannt) eine schwere Allgemeinerkrankung ist, verläuft Paratyphus in der Regel milder. Die ursächlichen Salmonellen sind zwar weltweit verbreitet, die Erkrankungen hierzulande jedoch selten.

Besonders häufig sind Typhus und Paratyphus in Ländern mit unzureichenden hygienischen Bedingungen (v.a. in Afrika, Südamerika und Südostasien): Die Ansteckung erfolgt dort überwiegend durch kontaminiertes Trinkwasser oder Nahrungsmittel, auf denen die Salmonellen bei mangelnder Hygiene die zur Infektion erforderliche hohe Keimzahl erreichen. Seltenere Ursache für Typhus oder Paratyphus ist die direkte Übertragung der Erreger von Mensch zu Mensch.

Wie lange es dauert, bis nach der Infektion mit Typhus- oder Paratyphus-Erregern die ersten Symptome der Krankheit auftreten, ist bei Typhus und Paratyphus unterschiedlich: Typhus hat eine variable Inkubationszeit von 3 bis 60 Tagen, Paratyphus eine kürzere von 1 bis 10 Tagen. Bei ausbleibender Behandlung kommt es bei Typhus zum typischen vierwöchigen Krankheitsverlauf mit hohem Fieber und erbsenbreiartigen Durchfällen. Daneben können auch die Haut und innere Organe betroffen sein. Paratyphus kann ein ähnliches Krankheitsbild hervorrufen, nicht selten ähnelt er aber einer reinen Magen-Darm-Erkrankung.

Die sichere Diagnose von Typhus oder Paratyphus gelingt über den Nachweis der Erreger im Blut oder im Stuhl. Zur Therapie kommen Antibiotika zum Einsatz – je früher, desto besser, denn: Typhus und Paratyphus kann man durch eine frühzeitige antibiotische Behandlung im frühen Verlauf stoppen. Seit der Entwicklung von Antibiotika hat sich die Prognose der Erkrankungen daher deutlich gebessert. Ein bis vier Prozent der Menschen mit Typhus oder Paratyphus scheiden jedoch trotz Antibiotika nach überstandener Infektion die Erreger weiterhin aus (sog. Dauerausscheider) und stellen damit mögliche Krankheitsüberträger dar.

Um eine Infektion mit Typhus- oder Paratyphus-Erregern zu verhindern, sind bestimmte Verhaltensregeln zu beachten: beim Umgang mit Lebensmitteln auf ausreichende Küchenhygiene achten sowie nicht abgekochtes Wasser und rohe oder nicht ausreichend erhitzte Speisen vermeiden – dies gilt vor allem bei Aufenthalten in einem der typischen Verbreitungsgebiete. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich gegen Typhus impfen zu lassen: Die Schluckimpfung schützt mindestens ein Jahr vor Typhus beziehungsweise bewirkt, dass die Krankheit leichter verläuft; die Schutzimpfung per Spritze wirkt bis zu drei Jahre.

Weiterlesen: Typhus, Paratyphus: Definition

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