Startseite > Krankheiten > Magen-Darm-Erkrankungen > Schweinebandwurm-Infektion
Stand: 30. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Schweinebandwurm-Infektion handelt es sich um eine Ansteckung mit einem Bandwurm, der sich beim Menschen meist im Darm ansiedelt. Zu einer Schweinebandwurm-Infektion kommt es vor allem dann, wenn man rohes oder ungenügend erhitztes Schweinefleisch isst, das Larven (Finnen) des Bandwurms enthält.
Bandwürmer sind Parasiten, die weltweit vorkommen. Parasiten benötigen zum Überleben einen Wirt, dem sie Nährstoffe entziehen. Bandwürmer durchlaufen einen Entwicklungszyklus vom Ei über Larvenformen (Finnen) bis hin zum geschlechtsreifen Wurm. Dabei wechseln sie den Wirt (Wirtswechsel). Bandwürmer wie der Schweinebandwurm haben einen End- und einen oder zwei Zwischenwirte.
Beim Schweinebandwurm (Taenia solium: Zwischenwirt Schwein), Rinderbandwurm (Taenia saginata: Zwischenwirt Rind), Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum: Zwischenwirt Fisch) und Zwergbandwurm (Hymenolepis nana) ist der Mensch der Endwirt. Die Larven entwickeln sich zu erwachsenen (adulten) Bandwürmern die gewöhnlich im Darm siedeln und dort geschlechtsreif werden. Das heißt, nach der Befruchtung produzieren sie Eier, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Ein ausgewachsener Schweinebandwurm ist etwa 1,5 Zentimeter breit und bis zu 7 Meter lang. Im Darm kann der geschlechtsreife Wurm bis zu 20 Jahre lang überleben. Wichtigster Zwischenwirt ist das Schwein. Dabei kann es sich sowohl um Wildschweine, als auch um Hausschweine handeln. In manchen Fällen ist auch der Mensch ein Zwischenwirt.
Während der Befall mit dem Schweinebandwurm selbst keine typischen Beschwerden macht, kommt es bei mangelnder Hygiene zu einer folgenreichen Selbstinfektion: Werden die Wurmeier aus dem eigenen Darmtrakt über den Mund wieder aufgenommen, kann dies ein schweres Krankheitsbild verursachen, die sogenannte Zystizerkose. Der Arzt stellt die Diagnose Schweinebandwurm-Infektion, wenn sich in einer Stuhlprobe des Betroffenen Eier des Schweinebandwurms mikroskopisch nachweisen lassen. Um den Parasiten zu entfernen, helfen Niclosamid- oder Praziquantel-Tabletten .
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