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Stand: 7. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einem Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) kommen als begleitende Therapie Medikamente zum Einsatz, um die vorliegenden Beschwerden zu lindern oder vorübergehend zu beseitigen. Die medikamentöse Behandlung von Reizmägen wirkt demnach symptomatisch – die Magenfunktionsstörung selbst kann sie nicht beheben. Darum sind Medikamente gegen einen Reizmagen nur über einen befristeten Zeitraum empfehlenswert, solange Sie ausgeprägte Beschwerden haben.
Wenn Ihre funktionelle Dyspepsie eine medikamentöse Therapie notwendig macht, können Sie zum Beispiel ein magensäurehemmendes Medikament erhalten – Mittel der ersten Wahl ist hierbei ein Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol), der zunächst etwa vier Wochen lang einzunehmen ist. Daneben kommen beim Reizmagen Medikamente zur Behandlung infrage, die die Magenentleerung beschleunigen (sog. Prokinetika, z.B. Metoclopramid, Domperidon). Diese Mittel sind für Sie geeignet, wenn Protonenpumpenhemmer und nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Ihnen nicht ausreichend wirken und wenn Ihr Reizmagen sich vor allem durch Übelkeit, Druck- und Völlegefühl sowie nicht-saures Aufstoßen bemerkbar macht.
Daneben stehen weitere Medikamente zur Verfügung, die Hilfe bei Reizmagen-Beschwerden versprechen: So zeigen Mittel, die Kümmel, Anis und Fenchel enthalten, eine ähnliche Wirkung wie Prokinetika. Ist der Reizmagen mit starken Schmerzen verbunden, können zur Behandlung krampflösende Mittel (z.B. Butylscopolamin) zum Einsatz kommen. Auch japanisches Heilpflanzenöl oder die sogenannte Heilerde kann möglicherweise gegen eine funktionelle Dyspepsie helfen, indem sie beruhigend und schmerzlindernd wirken.
Bevor Sie sich jedoch selbst Medikamente gegen Ihren Reizmagen besorgen, halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrem Arzt, denn: Viele Arzneimittel auf pflanzlicher Basis, die gegen die typischen Beschwerden einer funktionellen Dyspepsie erhältlich sind, enthalten Alkohol – eine Therapie hiermit kann bei sehr empfindlichem Magen Unverträglichkeiten hervorrufen und ist zudem mitunter gefährlich. Außerdem enthalten einige pflanzliche Medikamente Schöllkraut, das aufgrund seiner leberschädigenden Wirkung mittlerweile fast gänzlich vom Markt verschwunden ist. Schöllkrautextrakt enthält Alkaloide (giftige Stickstoffverbindungen), die eine krampflösende Wirkung im Magen-Darm-Trakt entfalten.
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