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Stand: 7. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Der Begriff Reizmagen oder funktionelle Dyspepsie (griech. dys = Störung eines Zustands oder einer Funktion, pepsis = Verdauung) beschreibt eine Störung der Magenfunktion, die vor allem zu Magenbeschwerden beziehungsweise Oberbauchbeschwerden führt und für die keine organische Ursache festzustellen ist. Nach internationaler Definition liegt dann ein Reizmagen vor, wenn die typischen Beschwerden wie Völlegefühl, Druck im Oberbauch, vorzeitiges Sättigungsgefühl, Übelkeit und Erbrechen innerhalb eines halben Jahres mindestens drei Monate bestehen und nach ärztlichen Untersuchungen andere Erkrankungen des Magens wie Magengeschwüre oder Entzündungen als Auslöser ausgeschlossen sind.
Der Reizmagen ist nicht durch ein einheitliches Beschwerdebild gekennzeichnet: Die typischen Beschwerden können zwar alle zusammen, aber in unterschiedlicher Gewichtung oder auch einzeln auftreten. So kann sich eine funktionelle Dyspepsie zum Beispiel vor allem durch vorzeitige Sättigung und Völlegefühl nach dem Essen bemerkbar machen (sog. postprandialer Reizmagen-Typ: lat. post = nach, prandium = Mahlzeit). Ein Reizmagen kann aber auch essensunabhängig überwiegend Schmerzen und ein Brennen im Oberbauch (Epigastrum) verursachen (sog. epigastraler Schmerztyp: griech. epi = über, bei; gaster = Magen). Es ist jedoch nicht möglich, einzelne Reizmagen-Typen klar voneinander zu trennen, da sich die Beschwerdebilder häufig überschneiden.
Schätzungsweise 10 bis 20 Prozent aller Menschen in den westlichen Industrieländern haben einen Reizmagen, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt. Damit ist der Reizmagen zusammen mit dem Reizdarm in den westlichen Industrieländern die häufigste Störung des Magen-Darm-Trakts. Etwa 5 Prozent aller Deutschen sind wegen Oberbauchbeschwerden in ärztlichen Behandlung, wobei in der Hälfte der Fälle eine funktionelle Dyspepsie zu finden ist. Frauen sind öfter betroffen als Männer.
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