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Stand: 31. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Von Reisedurchfall (Reisediarrhö) spricht man, wenn ein Reisender häufiger als dreimal pro Tag Stuhlgang hat und der Stuhl ungeformt und breiig bis wässrig ist. Der Durchfall ist keine eigene Erkrankung, sondern das Symptom einer Infektion des Magen-Darm-Trakts durch Viren, Bakterien oder in seltenen Fällen auch Parasiten oder Würmern.
Die Krankheitserreger gelangen mit verunreinigten Lebensmitteln oder Trinkwasser in das Verdauungssystem des Reisenden. Tritt daraufhin der Durchfall als einzige Beschwerde auf, gilt er als harmlos und lässt sich in der Regel mit einfachen Mitteln wie vermehrte Flüssigkeitsaufnahme (z.B. durch leicht gesüßten Tee) und Zwieback bekämpfen. Ernster sind Reisedurchfälle, die krampfartige Schmerzen in Magen und Darm verursachen. In diesen Fällen sollten die Betroffenen sofort einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt bei Erbrechen, Fieber sowie schleimigem oder blutigem Stuhl.
Je nach Region und Reiseart sind 10 bis 90 Prozent aller Reisenden von Reisedurchfall betroffen. Kinder und ältere Personen, chronisch Kranke und Schwangere sind besonders anfällig für eine Durchfallerkrankung, da ihr Immunsystem die Krankheitserreger weniger gut bekämpfen kann. Auch Rucksackreisende, die sich in entlegenen Gebieten mit geringem Hygiene-Standard aufhalten, sind häufiger von Reisedurchfall betroffen.
Das Risiko, als Reisender Durchfall zu bekommen, hängt vor allem vom besuchten Land ab. In Nord- und Zentraleuropa, in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland ist die Gefahr eines Reisedurchfalls gering. In wärmeren Ländern steigt die Wahrscheinlichkeit, von Durchfällen betroffen zu sein. Besonders häufig leiden Reisende in Mittel- und Südamerika, Afrika und Südostasien daran.
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