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Stand: 25. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die gastroösophageale Refluxkrankheit hat ihre Ursachen darin, dass der untere Schließmuskel der Speiseröhre (sog. Ösophagussphinkter) nicht richtig funktioniert: Normalerweise sorgt der Ruhedruck dieses Muskels dafür, dass der Mageneingang verschlossen ist und sein Inhalt nicht in die Speiseröhre zurückfließen kann. Der Schließmuskel erschlafft nur beim Schlucken und vorübergehend auch außerhalb von Schluckvorgängen, um verschluckte Luft aufzustoßen. Bei Menschen mit Refluxkrankheit geschieht diese vorübergehende Erschlaffung meist öfter und länger. Warum dies so ist, ist nicht eindeutig geklärt.
Möglicherweise hat die für die Refluxkrankheit verantwortliche Fehlfunktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels ihr Ursachen im Vorhandensein einer Lücke im Zwerchfell (sog. Zwerchfellbruch bzw. Hiatushernie): Im Normalfall liegt die Speiseröhre oberhalb und der Magen unterhalb des Zwerchfells. Durch den Zwerchfellbruch rutschen Teile des Magens in den Brustraum; die Abdichtung zwischen Speiseröhre und Magen ist beeinträchtigt. Da jedoch nahezu alle Menschen mit Refluxkrankheit einen Zwerchfellbruch haben, aber umgekehrt nur bei wenigen Menschen mit Zwerchfellbruch eine Refluxkrankheit vorliegt, ist noch unklar, welche Rolle der Zwerchfellbruch als mögliche Ursache für die gastroösophageale Refluxkrankheit spielt.
Ob der gesteigerte Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux) die Schleimhaut schädigt oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Normalfall reinigt sich die Speiseröhre durch ihre Eigenbewegung (Peristaltik) selbst, sodass der zurückgeflossene Magensaft mit der Schleimhaut nur kurz in Kontakt kommt. Eine herabgesetzte Beweglichkeit der Speiseröhre macht den Selbstreinigungsmechanismus unwirksam und verlängert die Kontaktdauer. Für eine solche verminderte Beweglichkeit kommen als Ursachen fetthaltige Nahrungsmittel (z.B. Schokolade), scharfe Gewürze, Pfefferminze, Kaffee, Alkohol und Nikotin infrage. Eine Schwangerschaft ist ebenfalls oft die Ursache für Refluxsymptome, da auch bestimmte Hormone die Beweglichkeit der Speiseröhre beeinflussen. Weitere Risikofaktoren für die gastroösophageale Refluxkrankheit sind: Übergewicht (Adipositas), Systemerkrankungen wie die systemische Sklerose oder Diabetes mellitus sowie bestimmte Medikamente (z.B. Nitrate, Acetylsalicylsäure).
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