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Reizdarm

Reizdarm-Syndrom: Diagnose

Stand: 30. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Das Bild zeigt eine Frau im Gespräch mit einem Arzt.
Ein ausführliches Gespräch hilft, um die Diagnose Reizdarm zu stellen.

Der wichtigste Schritt, um bei einem Reizdarm eine Diagnose stellen zu können, ist zunächst ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Betroffenem (Anamnese). In diesem Gespräch schildert der Betroffene möglichst detailliert die Art seiner Beschwerden, wann sie auftreten und wie lange sie schon bestehen. Oft stellt sich dabei heraus, dass die Symptome schon seit Langem existieren. Die meisten Betroffenen greifen erst sehr spät auf ärztliche Hilfe zurück.

Nach dem Gespräch folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet und hört den Bauch ab. Besteht der Verdacht auf eine Krankheit des Darms, tastet er eventuell den Enddarm mit dem Finger aus (rektale Untersuchung), um zu überprüfen, ob dem Stuhl möglicherweise Blut beigemischt ist (Blut im Stuhl).

Wichtig ist, dass körperliche Ursachen für die bestehenden Beschwerden ausgeschlossen werden. Erst dann ist es gerechtfertigt, von einem Reizdarm zu sprechen.

Medizinische Leitlinien fordern, dass folgende drei Punkte erfüllt sein müssen, um von einem Reizdarmsyndrom sprechen zu können:

  1. Die Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Blähungen) bestehen seit mindestens drei Monaten und gehen meist mit einem veränderten Stuhlgang einher.
  2. Die Beschwerden sind der Auslöser dafür, dass der Betroffene einen Arzt aufsucht. Die Lebensqualität leidet unter den Symptomen.
  3. Die Symptome sind nicht die Folge organischer Veränderungen, die für andere Krankheiten typisch sind.

Verschiedene Untersuchungen können sinnvoll sein, wenn der Arzt vermutet, dass andere Erkrankungen die Beschwerden auslösen oder um andere Ursachen sicher auszuschließen. Da die Symptome des Reizdarms von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sind, entscheidet der Arzt individuell, welche Untersuchungen notwendig sind. Daher werden meist nur einige der beschriebenen Untersuchungen zum Einsatz kommen.

Eine Möglichkeit besteht darin, das Blut, den Urin (sog. Urinstatus) und den Stuhl zu untersuchen. Die Blutwerte geben Aufschluss, ob eine Entzündung vorliegt. Hierfür sind Parameter wie die Blutsenkung oder der Wert des C-reaktiven Proteins wichtig. Außerdem lassen sich im Blutbild die Leber- und Nierenwerte bestimmen und somit mögliche Erkrankungen an diesen Organen ausschließen. Der Stuhl wird auf Blutspuren (Blut im Stuhl) und – vor allem, wenn Durchfall besteht – auf Erreger untersucht.

Gegebenenfalls leitet der Arzt zudem eine oder mehrere dieser Maßnahmen ein:

So stellt der Arzt fest, ob unter Umständen eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa vorliegt. Ebenfalls kann er prüfen, ob gutartige oder bösartige Neubildungen wie Darmpolypen oder Darmkrebs hinter den Symptomen stecken. Ferner kann auch eine Zöliakie (Sprue) Beschwerden machen, die denen beim Reizdarm ähneln.

Als von einem Reizdarm Betroffener kann man ein Tagebuch führen, in dem man zum Beispiel Zeitpunkt, Dauer und Stärke der Beschwerden einträgt und mit dem Arzt bespricht. Dies erleichtert unter Umständen die Diagnose und hilft dabei, den Erfolg der Behandlung zu beurteilen.

Weiterlesen: Reizdarm-Syndrom: Diagnose – Rom-Kriterien

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