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Stand: 30. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Unter dem Begriff Reizdarm verstehen Ärzte eine funktionelle Störung des Verdauungstrakts. Funktionell bedeutet, dass die Funktion eines Organs beeinträchtigt ist, sich aber keine erkennbare Ursache an dem Organ finden lässt, welche die Beschwerden erklären könnte. So ergibt etwa eine Darmspiegelung beim Reizdarm keinen krankhaften Befund – eine Entzündung oder anderweitig verändertes Gewebe (z.B. ein gut- oder bösartiger Tumor) liegen nicht vor.
Auch Laboruntersuchungen sind bei Menschen mit Reizdarmsyndrom (RDS) unauffällig. In einigen Fällen dauert es eine gewisse Zeit, bis sich tatsächlich herausstellt, dass eine funktionelle Störung hinter den Symptomen steckt. Es empfiehlt sich daher, etwas Geduld mitzubringen und eng mit dem Arzt zusammenzuarbeiten.
Laut Definition handelt es sich um einen Reizdarm, wenn folgende drei Punkte erfüllt sind:
In der Fachsprache heißt das Reizdarmsyndrom auch Colon irritable, irritables Kolon oder Reizkolon. Der englische Fachbegriff lautet: Irritable Bowel Syndrome.
Abhängig davon, welche Verdauungsstörung überwiegt, unterscheiden Ärzte drei Typen oder Untergruppen des Reizdarms:
Beim Reizdarm-Syndrom treten nachts in der Regel keine Beschwerden auf; Betroffene wachen beispielsweise nicht auf, etwa weil sie Durchfall haben. Auch dies unterscheidet den Reizdarm von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die durchaus auch nachts zu Beschwerden führen.
Das Reizdarmsyndrom kommt in allen Altersklassen vor. Schätzungsweise sind in Europa zwischen 20 und 30 Prozent der Bevölkerung vom Reizdarm betroffen – Frauen häufiger als Männer. Im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt leiden doppelt so viele Frauen wie Männer am Reizdarm. Schätzungen zufolge hat jeder zweite Mensch, der über Magen-Darm-Beschwerden klagt, ein Reizdarmsyndrom.
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