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Stand: 30. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die genauen Ursachen für einen Reizdarm sind nicht bekannt – daher zielt die Behandlung vor allem darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Da von Mensch zu Mensch unterschiedliche Symptome im Vordergrund stehen können, gibt es keine standardisierte Reizdarm-Behandlung, die jedem weiterhilft. Es existieren auch keine allgemeingültigen Vorgaben, wie Sie Ihr Leben gestalten sollen.
Es ist wichtig, dass Sie herausfinden, in welchen Situationen Ihr Reizdarm verstärkt Probleme macht. Die Behandlung konzentriert sich auch darauf, Auslöser – die sogenannten Trigger –, die Ihren Reizdarm verstärken, zu identifizieren. Dann können Sie sie zukünftig meiden. Mögliche Auslöser sind beispielsweise:
Ein Vertrauensverhältnis zu Ihrem Arzt ist eine wichtige Voraussetzung, um das Reizdarmsyndrom erfolgreich zu behandeln. Der Arzt klärt Sie über die Diagnose und mögliche Ursachen der Beschwerden auf. Er erläutert Ihnen die Untersuchungsergebnisse, um Ihnen die Angst vor schweren Erkrankungen, insbesondere Krebserkrankungen, zu nehmen.
Die Reizdarm-Behandlung kann bei der Ernährung ansetzen – eine Reizdarmdiät gibt es allerdings nicht! Medikamente und psychische Unterstützung sind weitere Möglichkeiten, mit deren Hilfe Sie die Beschwerden besser in den Griff bekommen.
Lindernd beim Reizdarmsyndrom wirkt auch Wärme auf dem Bauch: Eine Wärmflasche oder ein Dinkelkissen bessert Ihre Beschwerden.
Die Ernährung spielt für die Reizdarm-Behandlung durchaus eine wichtige Rolle. Sie müssen Ihr Essverhalten nicht auf spezielle, vorgeschriebene Weise anpassen – vielmehr geht es darum, für sich die beste Lösung zu finden. Oft hilft es, die Ernährung umzustellen. Eine ausgewogene, frische Mischkost mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen und Vitaminen gilt als gesund. Wer ausreichend trinkt, fördert zudem die Verdauung.
Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Sie schlecht vertragen und schauen Sie, ob es Ihnen besser bekommt, wenn Sie auf blähende, fette sowie sehr kalte oder auch sehr heiße Nahrungsmittel verzichten. Eine solche Ernährung bringt bei manchen Menschen den Magen-Darm-Trakt durcheinander. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und hetzen Sie nicht.
| Eine spezielle Reizdarm-Diät ist nicht empfehlenswert. Vielmehr sollten Sie für sich individuell herausfinden, was Ihnen gut tut! |
Lebensmittel, die verschiedene Kulturen an Mikroorganismen (z.B. Bakterien) enthalten, können unter Umständen gegen einige der Beschwerden beim Reizdarm helfen und sind ein möglicher Baustein der Behandlung. Solche Lebensmittel heißen Probiotika. Probiotika muss man regelmäßig verzehren – sonst wirken sie nicht.
Weitere Studien müssen zeigen, inwiefern Probiotika für die Reizdarm-Behandlung nützlich sind; generell kommt erschwerend hinzu, dass es viele verschiedene Produkte gibt, die unterschiedliche Bakterienstämme enthalten. Da der Darm eines jeden Menschen wiederum eine individuelle Zusammensetzung mit Bakterien aufweist (sog. Darmflora), fällt es schwer, vorauszusagen, wer von welchen Bakterien profitiert.
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