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Magenübersäuerung (Hyperazidität)

Physiologische Grundlagen

Stand: 28. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Im Durchschnitt werden im Magen täglich circa zwei Liter Magensaft gebildet. Der Hauptbestandteil des Magensafts ist die Magensäure, die von speziellen Zellen in der Magenschleimhaut, den Belegzellen, gebildet wird. Chemisch handelt es sich bei der Magensäure um Salzsäure (HCl). Je nachdem, ob man etwas gegessen hat oder nicht, läuft die Säureproduktion unterschiedlich schnell ab: Zwischen den Mahlzeiten produzieren die Belegzellen der Magenschleimhaut eine kontinuierliche "Grundversorgung" mit Salzsäure. Kurz vor beziehungsweise während der Nahrungsaufnahme verstärken dann verschiedene Faktoren die Säurebildung im Magen:

  • Psychisch bzw. nervlich gesteuerte Einflüsse: Z.B. der Anblick oder der Geruch von Speisen – auch bereits der Gedanke ans Essen kann die Säurebildung steigern.
  • Lokale Einflüsse: z.B. die Dehnung der Magenwände durch den Speisebrei; einzelne Nahrungsbestandteile wie z.B. Koffein, Alkohol oder bereits angedautes Eiweiß (Peptide)
  • Hormon-Einfluss: Vor allem das Hormon Gastrin spielt bei der Stimulation der Belegzellen eine wichtige Rolle. Auch der Botenstoff Histamin regt die Säureproduktion an.

Die Magensäure hat zwei wichtige Funktionen: Zum einen zerstört sie den überwiegenden Teil der mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien. Eine der wenigen Ausnahmen unter den Krankheitserregern, die den Kontakt mit der Magensäure überleben, sind die Tuberkelbakterien, die Erreger der Tuberkulose, und Helicobacter pylori. Zum anderen wandelt die Magensäure Enzym-Vorstufen, die für die Verdauung wichtig sind, in ihre aktiven Formen um (z.B. Pepsinogen in Pepsin).

Weiterlesen: Magenübersäuerung: Ursachen

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