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Stand: 27. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Genuss von Nikotin und Alkohol und der Entstehung von Magengeschwüren (Ulcus ventriculi) ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Es ist jedoch bekannt, dass Rauchen die nächtliche Produktion der Magensäure fördert. Höherprozentiger Alkohol führt zu oberflächlichen Schleimhautentzündungen im Magen. Sowohl Nikotin als auch Alkohol sind demnach in der Lage, das Gleichgewicht zwischen aggressiven Faktoren (Magensäure) und schützenden Faktoren (gesunde Magenschleimhaut) zu stören.
Die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ruft eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) hervor. Zu den Folgeerkrankungen beziehungsweise Komplikationen gehört auch die Entstehung von Magengeschwüren. Bei circa 80 Prozent aller Menschen mit einem Ulcus ventriculi findet man Helicobacter pylori im Magen. Andererseits findet man diese Bakterien häufig auch bei Menschen, die keine Magengeschwüre haben und keine entsprechenden Symptome zeigen.
Für ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) können auch Medikamente wie Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) die Ursachen sein. Sie werden bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, aber auch bei Schmerzen, Fieber oder allgemein bei Entzündungen eingesetzt. NSAR-Schmerzmittel wie etwa die Acetylsalicylsäure schädigen die Magenschleimhaut und können dadurch zu Entzündungen und Geschwüren führen.
NSAR-Schmerzmittel hemmen ein Enzym, das Fettsäuren des Zellstoffwechsels in Prostaglandine umwandelt. Prostaglandine sind Hormone, die die Magenschleimhaut schützen, weil sie die Säureabgabe hemmen. NSAR fördern auch die Bildung von Sauerstoffradikalen (schädliche Formen des Sauerstoffs), welche die Entstehung eines Magengeschwürs zusätzlich begünstigen. Die Einnahme von NSAR-Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum sollte man deshalb stets mit seinem behandelnden Arzt besprechen, um das Risiko für einen Ulcus ventriculi einzuschätzen.
Kortison
Kortison kann die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen. Bei einer Kortison-Therapie hängt die Entstehung von Magengeschwüren allerdings von der Dauer beziehungsweise der eingenommenen Kortisonmenge ab. Bei Behandlungen, die kürzer als 30 Tage dauern, oder bei einer Kortison-Gesamtdosis von weniger als 1 Gramm, ist die Bildung eines Ulcus ventriculi durch Kortison eher unwahrscheinlich.
Menschen, die unter Depressionen leiden, scheinen häufiger Magengeschwüre zu entwickeln. Ähnliches gilt für Menschen, die einem erhöhten beruflichen oder privaten Stress ausgesetzt sind und bei denen oft ein Ulcus ventriculi auftritt. Auch akute Stress- und Schocksituationen, wie Unfälle und Operationen, können zu Magengeschwüren führen.
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