Magengeschwür (Ulcus ventriculi)

Magengeschwür (Ulcus ventriculi): Therapie

Stand: 27. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) erfordert eine wirksame Therapie. Die Behandlung richtet sich dabei nach der jeweiligen Ursache des Magengeschwürs.

Meiden von magenschädlichen Substanzen

Um ein Magengeschwür zu behandeln, sollte zunächst alles zumindest vorübergehend gemieden werden, was die Schleimhaut des Magens schädigt und reizt und damit die Entstehung eine Ulcus ventriculi begünstigt. Dazu gehören zum Beispiel:

Hemmung der Säureproduktion mit Medikamenten

Weil der saure Magensaft eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Magengeschwüren spielt, setzt man vor allem Medikamente ein, welche die Magensäureproduktion hemmen – sogenannte Säureblocker. Durch die verminderte Magensäureproduktion werden zum einen die Schmerzen gelindert, und zum anderen kann sich die Magenschleimhaut erholen.

Protonenpumpenhemmer

Protonenpumpenhemmer (wie Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol) hemmen die Säureproduktion im Magen.

Protonenpumpe: Magensäure besteht chemisch gesehen aus Salzsäure (HCl), also aus einer Verbindung von Wasserstoffionen (H+) mit Chloridionen (Cl-). In der Magensäure liegt der Wasserstoff in Form von Protonen vor, das heißt als positiv geladene Teilchen (H+). Die Magenzellen geben die Wasserstoff- und Chloridionen getrennt ins Mageninnere ab, erst hier entsteht durch das gleichzeitige Vorliegen dieser Ionen die Magensäure. Die Wasserstoffionen gelangen über einen speziellen Mechanismus ins Mageninnere: die sogenannte Protonenpumpe. An dieser Stelle setzen verschiedene Medikamente an, welche die Protonenpumpe und damit die Produktion von Magensäure und die Entstehung eines Ulcus ventriculi hemmen.

Histamin-Rezeptorenblocker

Außerdem können sogenannte Histamin-Rezeptorenblocker (auch H2-Blocker oder H2-Rezeptorenblocker genannt) wie Cimetidin oder Ranitidin verabreicht werden. Sie blockieren den Histamin-H2-Rezeptor an den säureproduzierenden Magenzellen, sodass diese keine weiteren Wasserstoffionen abgeben und nicht zu viel Magensäure gebildet werden kann.

Antazida

Auch säurebindende Mittel (sog. Antazida) können angewendet werden. Diese neutralisieren die abgesonderte Magensäure.

Prokinetika

Wenn der Magen stark verkrampft ist, helfen Medikamente, welche die Magenbewegungen anregen (sog. Prokinetika, z.B. MCP und Domperidon).

Eradikationstherapie (Keim-Eliminierung mittels Medikamenten)

Eine Infektion der Magenschleimhaut mit dem Erreger Helicobacter pylori kann Ursache für ein Magengeschwür sein. Die Betroffenen werden mit der sogenannten Eradikationstherapie behandelt, die das Bakterium Helicobacter pylori abtöten. Dabei muss der Patient über einen Zeitraum von sieben Tagen gleichzeitig die Antibiotika Amoxicillin und Clarithromycin (alternativ Metronidazol) sowie ein Protonenpumpenhemmer in genau festgelegter Dosierung einnehmen. Sie töten das Bakterium ab und das Magengeschwür kann dadurch abheilen.

Weiterlesen: Magengeschwür (Ulcus ventriculi): Therapie – Operation und Magenspiegelung

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