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Stand: 16. Februar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Das Enzym Laktase wird in den Schleimzellen des Dünndarms gebildet und spaltet Laktose in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose). Um den Milchzucker in der Muttermilch verdauen zu können, benötigen Säuglinge sehr große Mengen an Laktase. Sobald die Muttermilch nicht mehr das Hauptnahrungsmittel ist, nimmt die Laktaseproduktion ab. Ein "Rest" an Laktase bleibt vielen Menschen allerdings erhalten, um auch im Erwachsenenalter Milch verdauen zu können.
In den letzten Jahren erkennt man hierzulande mehr und mehr die Bedeutung der Laktoseintoleranz beziehungsweise Milchzuckerunverträglichkeit als Ursache von Magen-Darm-Beschwerden.
Eine Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit kommt weltweit häufig vor. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um eine Verdauungsstörung infolge eines Enzymmangels (Laktasemangel).
Dabei tritt die Laktoseintoleranz regional unterschiedlich häufig auf. Schätzungen zufolge haben etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung eine mehr oder weniger ausgeprägte Milchzuckerunverträglichkeit. Auch in anderen europäischen Ländern und in Amerika ist diese Unverträglichkeit weit verbreitet. In Schwarzafrika und Asien kommt die Laktoseunverträglichkeit besonders oft vor: Hier können über 90 Prozent der Menschen keinen Milchzucker verdauen.
Forscher nehmen an, dass die Laktoseintoleranz beim Erwachsenen der "Normalzustand" des Menschen war und in vielen Völkergruppen auch weiterhin ist. Babys sind zwar in den ersten Lebensmonaten auf Muttermilch angewiesen und benötigen Laktase zur Verdauung der Milch. Erwachsene können ihren Nährstoffbedarf im Gegensatz zu Säuglingen jedoch aus verschiedenen Quellen decken und sind dabei nicht auf Milch angewiesen.
Im Laufe der Menschheitsgeschichte spielte die Milchviehhaltung eine immer größere Rolle; Menschen tranken Milch und stellten Milchprodukte her. In diesem Zusammenhang könnten sich dann im Laufe der Menschheitsgeschichte in bestimmten Bevölkerungsgruppen erbliche Merkmale durchgesetzt haben, die auch im Erwachsenenalter eine ausreichende Laktaseproduktion gewährleisten. Eine Laktoseintoleranz ist damit also keine Krankheit, sondern vielmehr "Normalzustand" in vielen Bevölkerungsgruppen.
Die Zahl der "neu entdeckten" Fälle von Laktoseintoleranz hat hierzulande in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein Grund mag sein, dass durch bessere Aufklärung und Gesundheitsinformationen sowohl Ärzte als auch Betroffene immer stärker auf das Thema Laktoseintoleranz aufmerksam geworden sind. So diagnostizieren Ärzte immer häufiger eine Laktoseintoleranz bei Menschen, die möglicherweise seit Jahren an unklaren Magen-Darm-Beschwerden leiden.
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