Divertikel im Darm (Divertikulose)

Divertikel im Darm (Divertikulose): Verlauf

Stand: 28. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Divertikel im Darm (Divertikulose) zeigen – besonders bei gesunder Lebensweise – in der Regel einen günstigen Verlauf: Die Prognose der Darmdivertikel ist im Allgemeinen gut. Die Betroffenen erleben meist keinerlei Einschränkungen. Nur in seltenen Fällen entstehen Komplikationen, die einer chirurgischen Behandlung bedürfen. Wird eine solche Operation notwendig, sind die Betroffenen anschließend meist beschwerdefrei.

Der Divertikulose-Verlauf lässt sich über eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung positiv beeinflussen. In vielen Fällen lassen sich hierdurch schwere Komplikationen wie eine Divertikulitis, also eine Entzündung der Divertikel, verhindern.

Komplikationen

Darmdivertikel-Komplikationen entstehen meist entzündungsbedingt: Sammelt sich Stuhl in den Divertikeln im Darm an, können sie sich entzünden – eine Divertikulitis tritt auf. Etwa 20 Prozent aller Betroffenen mit langjähriger Divertikulose bekommt eine Divertikulitis, welche damit die häufigste Divertikulose-Komplikation darstellt. Sie tritt meist mit Fieber und einem starken, anfallartigem Schmerz im linken Unterbauch in Erscheinung. Der gesamte Bauch ist dann äußerst druckempfindlich. Mitunter lässt sich der betroffene Abschnitt des Dickdarms – meist das sogenannte Sigma – durch die Haut wie eine "Walze" tasten. Als Folge einer Divertikulitis können sich Bakterien in den Divertikeln ansammeln und abgekapselte Eiterherde (Abszesse) in der Darmwand bilden.

Breitet sich die Entzündung aus, wird das umliegende Gewebe geschädigt. Darüber hinaus kann die Entzündung auch auf andere Organe wie den Dünndarm oder die Harnblase übergreifen.

Eine gefürchtete Komplikation ist der Durchbruch eines entzündeten Darmdivertikels in die Bauchfellhöhle. Der bakterienhaltige Inhalt des Divertikels ergießt sich dann in die Bauchhöhle und verursacht eine lebensbedrohliche infektiöse Bauchfellentzündung (kotige Peritonitis). Wiederholte Entzündungen von Divertikeln führen häufig zu Vernarbungen in der Darmwand. Darmverengungen bis hin zu Verschlüssen (Ileus) können die Folge sein.

Da sich Darmdivertikel bevorzugt an Stellen bilden, an denen größere Blutgefäße von der Muskelschicht zur Schleimhaut der Darmwand verlaufen, zählen auch Darmblutungen zu den Komplikationen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Gefäße bei einer Schädigung der Schleimhaut durch die Entzündungsreaktionen verletzt werden. In vielen Fällen hören die Blutungen von selbst wieder auf. Da Divertikelblutungen jedoch dazu neigen, immer wieder aufzubrechen (Rezidivbildung), sind in solchen Fällen häufig chirurgische Maßnahmen zur Blutstillung beziehungsweise die operative Entfernung des Divertikels ratsam.

Weiterlesen: Divertikel im Darm (Divertikulose): Vorbeugen

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