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Stand: 10. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die meisten Menschen mit Colitis ulcerosa entwickeln im Verlauf der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung keine Komplikationen. Wenn es – in weniger als fünf bis sieben Prozent der Fälle – doch zu Komplikationen kommt, betreffen sie in erster Linie den Darm. Die wichtigsten Komplikationen der Colitis ulcerosa innerhalb des Darms sind:
Wenn bei der Colitis ulcerosa im weiteren Verlauf der Darm infolge einer Wandschwäche sowie einer Gasansammlung überdehnt ist, liegt ein sogenanntes toxisches Megakolon vor. Diese Komplikation ist gekennzeichnet durch starke Schmerzen, anfangs Durchfall, der dann plötzlich aufhört, Blähungen (Meteorismus), Fieber und Schüttelfrost sowie Herzrasen (Tachykardie). Ohne entsprechende Therapie kann es zu einem Darmdurchbruch kommen.
Eine bei der Colitis ulcerosa lebensbedrohliche Komplikation ist der Darmdurchbruch (Perforation): Dieser erfordert eine sofortige Operation.
Zu den weiteren bei Colitis ulcerosa möglichen Komplikationen zählen schwere Darmblutungen. Die hierbei entstehenden Blutverluste kann man in der Regel durch Bluttransfusionen ausgleichen. In seltenen Fällen ist es notwendig, den betroffenen Darmabschnitt zu entfernen (Resektion).
Kommt es bei der Colitis ulcerosa im weiteren Verlauf zu einer Narbenbildung (Strikturen) am Darm, kann dies dazu führen, dass der betroffene Darmabschnitt dauerhaft verengt ist. Dies geht häufig mit starken, kolikartigen Beschwerden einher. Im Extremfall kann ein Darmverschluss die Folge sein.
Weitere bei Colitis ulcerosa mögliche Komplikationen sind Fisteln und Abszesse: Fisteln sind spontan entstandene Verbindungen zwischen einem Hohlorgan und der Körperoberfläche (äußere Fistel) oder einem anderen Hohlorgan (innere Fistel). Sie sind relativ schmerzlos, heilen aber schlecht. Abszesse sind Eiteransammlungen in nicht vorgeformten Körperhöhlen, die äußerst schmerzhaft sind. Im Vergleich zu Morbus Crohn sind Fisteln und Abszesse im Verlauf der Colitis ulcerosa sehr selten.
Bei einer Colitis ulcerosa nimmt nach einem langen Verlauf (mehr als 10 Jahre) das Risiko für Dickdarmkrebs zu und liegt dann bei etwa 10 Prozent. Ist der gesamte Dickdarm betroffen und besteht die Colitis ulcerosa seit 25 Jahren, beträgt das Risiko sogar etwa 40 Prozent. Wegen dieses erhöhten Risikos für Dickdarmkrebs ist ab dem achten Jahr nach Beginn der Darmentzündung einmal jährlich eine Darmspiegelung des gesamten Dickdarms mit der Entnahme von Gewebeprobe ratsam.
Vereinzelt können Komplikationen der Colitis ulcerosa auch außerhalb des Darms auftreten:
Solche außerhalb des Darms auftretenden Komplikationen sind im Verlauf der Colitis ulcerosa aber insgesamt seltener zu beobachten als beim Morbus Crohn.
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