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Stand: 23. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ursache des Botulismus ist das Bakteriengift Botulinumtoxin. Eine Infektion mit dem Bakterium, das dieses Gift bildet, findet über Lebensmittel nicht statt. Daher handelt es sich bei Botulismus um eine Vergiftung und nicht um eine ansteckende Erkrankung, die direkt übertragen werden kann. Das Toxin wird überwiegend mit der Nahrung aufgenommen, es handelt sich daher um eine Lebensmittelvergiftung. Besonders häufig steckt das Botulinumtoxin in eiweißreichen Lebensmittelkonserven, die beispielsweise Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte enthalten. Diese können mit dem Bakterium Clostridium botulinum verunreinigt sein. Unter Luftabschluss können sich die Bakterien vermehren und Toxine bilden. Bei industriell hergestellten Konserven ist die Gefahr verhältnismäßig klein, selbst gemachte Konserven bergen ein höheres Risiko. In einem Großteil aller Botulismusfälle waren selbst gemachte Konserven die Toxinquelle.
Verdächtig auf Botulismus sind alle Konserven, die durch eine Gasentwicklung aufgetrieben sind, beziehungsweise Gläser, deren Deckel nicht fest auf der Gummidichtung haften. Auch geräuchertes Fleisch und Fisch enthalten häufiger das Bakteriengift. Im Allgemeinen haben die mit Botulinumtoxin verunreinigten Lebensmittel den Geschmack und Geruch von Buttersäure, da die Clostridien eiweißspaltende Enzyme freisetzen.
Entscheidend für die Verbreitung des Toxins ist die Fähigkeit von Clostridium botulinum, Sporen zu bilden. Durch das Erhitzen der Lebensmittel auf etwa 100 Grad Celsius über eine Zeit von 15 Minuten werden zwar die Clostridien abgetötet, die Sporen sind jedoch hitzestabil und können ein Erhitzen auf 100 Grad Celsius über mehrere Stunden überleben. Unter Ausschluss von Sauerstoff können aus den Sporen dann neue Clostridien auskeimen, die Toxine bilden. Sporen können allerdings innerhalb von 30 Minuten in 120 Grad Celsius heißem Dampf abgetötet werden. Das Botulinumtoxin selbst ist nicht hitzebeständig: Es wird durch Kochen der entsprechenden Lebensmittel zerstört.
Eine besondere Form des Botulismus betrifft Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, man spricht dann von Neugeborenenbotulismus. Er tritt auf, wenn das Kind Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum mit der Nahrung aufnimmt. Besonders häufig befinden sich diese Sporen in Honig. Kinder unter einem Jahr sollten deshalb nicht mit Honig gefüttert werden beziehungsweise keine mit Honig gesüßten Getränke erhalten.
Das Botulismus auslösende Toxin kann prinzipiell auch eingeatmet und über die Lunge aufgenommen werden. Dies ist aber sehr selten der Fall. Eine weitere eher seltene Form der Aufnahme des Botulinumtoxin erfolgt über Wunden, die mit Clostridium botulinum infiziert sind.
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