Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Blinddarmentzündung (Appendizitis): Verlauf

Stand: 29. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) nimmt in den meisten Fällen einen positiven Verlauf: Wenn die Erkrankten rechtzeitig eine geeignete Behandlung bekommen, erholen sie sich in der Regel wieder vollständig.

Eine Blinddarmentzündung kann verschiedene Stadien durchlaufen, die zeitlich aufeinander folgen. Der Übergang in ein nächstfolgendes Stadium bedeutet, dass der Schweregrad der Erkrankung zunimmt.

Prognose

Bei einer Blinddarmentzündung ist die Prognose davon abhängig, wie schnell die Erkrankung erkannt wird und wie weit sie bei Beginn der Therapie fortgeschritten ist. Zusätzlich verändern auftretende Komplikationen die Prognose. Der Großteil der Erkrankten erholt sich vollständig von einer Appendizitis.

Komplikationen

Bei einer Blinddarmentzündung können Komplikationen auftreten, wenn sich die Entzündung auf das umgebende Gewebe oder auf benachbarte Organe ausdehnt. Mögliche Komplikationen können sein:

  • Durchbruch des Wurmfortsatzes: Im weit fortgeschrittenen Stadium einer Blinddarmentzündung (gangränose Appendizitis) kann der Wurmfortsatz aufplatzen oder durchbrechen. Diesen Durchbruch nennt man auch Perforation – umgangssprachlich auch Blinddarmdurchbruch genannt. Anschließend greift die Entzündung entweder auf das Bauchfell über (Peritonitis) oder es bilden sich Eiteransammlungen (Abszesse).
  • Darmlähmung oder Darmverschluss: Als Reaktion auf die Appendizitis kann es in seltenen Fällen zu einer Lähmung des gesamten Darms (Darmparalyse) sowie zu einem Darmverschluss (Ileus) kommen.
  • Fistelbildung bei Menschen mit Morbus Crohn: Bei Personen, die an Morbus Crohn erkrankt sind, kann bei einer Blinddarmentzündung eine weitere Komplikation auftreten. Morbus Crohn ist eine chronische, in Schüben verlaufende entzündliche Erkrankung des Verdauungstrakts. Durch eine Appendizitis beziehungsweise durch die Operation können sich bei erkrankten Menschen Verbindungen zwischen Wurmfortsatz und anderen Darmabschnitten (sog. Fisteln) bilden. Daher sollte ein Arzt hier genau prüfen, ob eine Operation notwendig ist.

Nur sehr selten verläuft eine Blinddarmentzündung tödlich. Statistisch stirbt daran weniger als einer von tausend Erkrankten. Ist der Wurmfortsatz durchgebrochen und hat sich das Bauchfell entzündet, steigt das Risiko von 0,1 Prozent auf 6 bis 15 Prozent, wobei überwiegend ältere Menschen gefährdet sind. Um bei einer Blinddarmentzündung Komplikationen zu verhindern, ist es wichtig, bei ersten Symptomen frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

Weiterlesen: Blinddarmentzündung (Appendizitis): Vorbeugen

Das könnte Sie auch interessieren

Magen-Darm-Erkrankungen

Magen-Darm-Erkrankungen

Erfahren Sie im Überblick mehr rund um das Thema Magen-Darm-Erkrankungen von A-Z. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.