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Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom)

Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom): Definition

Stand: 17. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Lymphom im Gehirn (zerebrales oder cerebrales Lymphom: lat. cerebrum = Hirn) ist eine Geschwulst, die aus bestimmten entarteten Zellen des Immunsystems entsteht – den Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen zählen.

In der Regel treten Lymphome in den sogenannten lymphatischen Organen auf. Dazu zählen die Leber, die Milz, die Lymphknoten sowie die Schleimhäute von Darm und Magen. Hauptsymptom solcher Lymphome ist meist die schmerzlose Lymphknotenschwellung. Von den lymphatischen Organen ausgehend kann sich ein Lymphom im Gehirn absiedeln: Es entsteht ein sogenanntes sekundäres Gehirnlymphom. Obwohl das Gehirn nicht zu den lymphatischen Geweben gehört, können Lymphome aber auch im Gehirn selbst entstehen: Ein solches Lymphom bezeichnet man als primäres Hirnlymphom. Es entsteht dadurch, dass lymphatische Zellen entarten, die sich auch unter normalen Umständen im Gehirn befinden.

Häufigkeit

Meistens ist ein primäres Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom) ein bösartiges Non-Hodgkin-Lymphom (NHL). Deren Häufigkeit ist – verglichen mit anderen Krebsarten – relativ gering: Pro Jahr treten in Deutschland weniger als 13.000 Fälle auf, wohingegen jährlich mehr als 57.200 Frauen Brustkrebs, über 73.000 Menschen Dickdarmkrebs und fast 45.000 Menschen Lungenkrebs bekommen. Bei 10 bis 15 Prozent aller Non-Hodgkin-Lymphome ist das zentrale Nervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark) von den Lymphomen betroffen. Unter den tödlich verlaufenden Non-Hodgkin-Lymphomen findet sich gar eine Gehirnbeteiligung von 20 bis 34 Prozent.

Ein isoliertes (primäres) Lymphom im Gehirn ist dagegen ausgesprochen selten. Solche Hirnlymphome machen nur 0,2 bis 2 Prozent aller Non-Hodgkin-Lymphome aus. Ein primäres zerebrales Lymphom tritt gehäuft bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auf (z.B. nach einer Organtransplantation oder im Rahmen von AIDS). Aber auch Menschen mit gesunder Immunabwehr sind zunehmend betroffen (primäre Lymphome im Gehirn machen hier etwa 2-5% aller primären Hirntumoren aus), wobei sich ein primäres Hirnlymphom meist im Alter von Anfang 50 bis Ende 70 entwickelt. Frauen sind seltener betroffen als Männer.

Weiterlesen: Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom): Ursachen

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