Lymphödem: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Januar 2016)

Bei einem Lymphödem zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, den Lymphstau durch Entstauung aufzuheben. Um das Lymphödem erfolgreich behandeln zu können, ist es zudem allgemein ratsam, einige Verhaltensregeln zu beachten:

  • Ist das Lymphödem noch wenig fortgeschrittenen, kann es schon ausreichen, dass Sie die angeschwollenen Körperteile hochlagern.
  • Wichtig ist, dass Sie keine enge oder einschnürende Kleidung tragen und
  • dass Sie versuchen, so gut es geht jegliche Verletzungen zu vermeiden.
  • Gehen Sie bei den ersten Anzeichen einer Entzündung (wie Hautrötung, Fieber oder Schüttelfrost) sofort zum Arzt.

Wenn Sie ein sekundäres (d.h. durch Verletzung, Operation o.Ä. erworbenes) Lymphödem haben, kommt zu diesen allgemeinen Maßnahmen gegen das Lymphödem selbst eine Behandlung der ursächlichen Störung hinzu. Ist beispielsweise ein bösartiger Tumor für Ihr Lymphödem verantwortlich, ist eine aufwendige Therapie nötig.

Primäres Lymphödem

Wenn Ihr Lymphödem erblich bedingt ist, kann keine Therapie die Ursache beseitigen. Ein solches primäres Lymphödem macht stattdessen (wenn es voll ausgebildet ist) eine anspruchsvolle Behandlung zur Entstauung nötig – die komplexe physikalische Entstauungstherapie (PE). Diese setzt sich aus vier Säulen zusammen:

  1. Lymphdrainage durch Gewebemassage
  2. Kompressionstherapie durch spezielle Verbände oder langfristig Kompressionsstrümpfe
  3. entstauende Bewegungstherapie in Form von gymnastischen Übungen
  4. Haut- und Fußpflege, um Einrisse beziehungsweise Verletzungen und nachfolgende Infektionen zu vermeiden

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Form der Streichmassage. Ziel dieser Behandlung ist es, den Lymphstau beim Lymphödem zu beseitigen. Hierbei übt man mit den Fingerkuppen auf der Haut in Richtung der Lymphbahnen einen Druck aus, um die gestauten Lymphbahnen zu entleeren. Begleitend kommt eine Kompressionstherapie gegen ein primäres Lymphödem zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem auch Kompressionsstrümpfe für Arme und Beine. Durch einen dauerhaften, mäßigen Druck auf das darunter liegende Gewebe entstaut die Kompressionstherapie die Lymphgefäße.

Des Weiteren kann eine sogenannte intermittierende pneumatische Kompressionsbehandlung mit Druckstiefeln verschiedener Ausfertigung gegen Ihr primäres Lymphödem helfen: Bei dieser Behandlung bekommen Sie spezielle medizinische Stiefel, die einen dosierten Druck auf das Lymphödem ausüben und so die gestauten Lymphgefäße entstauen.

Zusätzlich kann gegen Ihr primäres Lymphödem eine Behandlung durch bestimmte Medikamente helfen. Bei wiederkehrenden Entzündungen der Haut kann eine langfristige Behandlung mit Antibiotika notwendig sein. Entwässernde Mittel (sog. Diuretika) können bei einem Lymphödem schädlich sein und die Ödembildung fördern. Sie dürfen deshalb nur in Ausnahmenfällen dauerhaft gegeben werden, etwa wenn andere Erkrankungen vorliegen, die eine Einnahme von Diuretika erfordern (z.B. Niereninsuffizienz, akute Herzinsuffizienz). 

Des Weiteren ist es möglich, Lymphgefäße chirurgisch wiederherzustellen. Diese Methode ist jedoch sehr umfassend und sollte nur zum Einsatz kommen, wenn Sie ein besonders schweres primäres Lymphödem haben.


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