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Lymphödem

Lymphödem: Diagnose

Stand: 9. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Lymphödem erkennt der Arzt im Wesentlichen anhand der vorliegenden Symptome. Bei der Diagnose ist es wichtig, das Lymphödem vom venösen Ödem abzugrenzen und zwischen den beiden Lymphödemformen zu unterscheiden – also festzustellen, ob ein primäres (bzw. erbliches oder ohne erkennbare Ursache entstandenes) oder ein sekundäres (bzw. durch Krankheit o.Ä. erworbenes) Lymphödem vorliegt:

Ein primäres Lymphödem am Bein kann der Arzt durch eine Untersuchung der Zehen diagnostizieren: Anders als beim venösen Ödem sind die Zehen mitbetroffen und quaderförmig angeschwollen. Dieses Merkmal bezeichnet der Arzt als Kastenzeichen. Besonders wichtig für die Diagnose primärer Lymphödeme ist das sogenannte Stemmer-Zeichen: Es liegt vor, wenn sich die Haut auf den Zehen infolge der Schwellung nicht mehr in Form einer Falte abheben lässt.

Da ein sekundäres Lymphödem im Gegensatz zum primären und venösen zeitlich sowie örtlich mit einer Erkrankung oder Verletzung des Körpers in Zusammenhang steht, ist es bei seiner Diagnose wichtig, auch die Ursache festzustellen. Dazu kann eine Reihe von Untersuchungen beitragen:

  • Blutuntersuchungen
  • Ultraschall
  • Röntgen
  • Lymphabflussszintigraphie: Dies ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, bei der ein sogenanntes Radionuklid zum Einsatz kommt. Die Betroffenen bekommen ein Kontrastmittel in die "Schwimmhäute" zwischen den Fingern beziehungsweise den Fußzehen gespritzt. Anschließend kann man mithilfe einer Gammakamera verfolgen, wie sich die radioaktiv markierte Substanz in den Beinen oder Armen verteilt.

Bei der Diagnose kann der Arzt auch feststellen, welches Stadium das Lymphödem erreicht hat. Dies ist wichtig, um die zur Behandlung geeignete Vorgehensweise zu bestimmen: Anhand der verschiedenen Symptome unterscheidet man vier Lymphödem-Stadien. In Stadium 1 und 2, bei denen es sich um wieder rückgängig zu machende (reversible) Stadien handelt, kann man ein Lymphödem durch einfache Methoden wie Hochlagerung des betroffenen Beins vollständig ausschwemmen. Dies ist in Stadium 3 und 4 nicht mehr möglich.

Stadium 1
Übergangs- oder Latenzstadium
Äußerlich ist keine Schwellung zu sehen, die Transportkapazität des Lymphsystems ist aber schon herabgesetzt.
Stadium 2
Weiche Schwellung
Meist abends stark geschwollenes Lymphödem; bei entsprechender Therapie ist es möglich, das Ödem zu entfernen.
Stadium 3
Beginnende Bindegewebsvermehrung (Fibrose)
Hartes, nicht eindrückbares Lymphödem; das Lymphödem und die Bindegewebsvermehrung gehen nur bei intensiver Behandlung zurück.
Stadium 4
Unförmiges Anschwellen von Körperteilen (lymphostatische Elephantiasis)
Infolge der chronischen Lymphstauung (Lymphostase) schwellen besonders die Beine stark an, was man als elephantiasisartige Schwellung bezeichnet. Das Ödem und die Gewebeveränderungen sind nicht mehr vollständig rückgängig zu machen, die Haut ist verdickt und verhärtet.

Weiterlesen: Lymphödem: Therapie

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