Lymphödem: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Januar 2016)

Bei einem Lymphödem gelingt die Diagnose vor allem anhand der vorliegenden Symptome: Mit ihrer Hilfe kann der Arzt das Lymphödem eventuell schon vom venösen Ödem abgrenzen und feststellen, ob ein primäres (bzw. erblich bedingtes) oder ein sekundäres (bzw. durch Krankheit o.Ä. erworbenes) Lymphödem vorliegt.

Ein primäres Lymphödem am Bein lässt sich durch eine Untersuchung der Zehen diagnostizieren: Anders als beim venösen Ödem sind die Zehen mitbetroffen und quaderförmig angeschwollen (dieses Merkmal bezeichnen Mediziner als Kastenzeichen). Besonders wichtig für die Lymphödem-Diagnose ist das sogenannte Stemmer-Zeichen: Es ist positiv, wenn sich die Haut auf den Zehen infolge der Schwellung nicht mehr in Form einer Falte abheben lässt.

Im Gegensatz zum primären Lymphödem und venösen Ödem steht ein sekundäres Lymphödem zeitlich sowie örtlich mit einer Erkrankung oder Verletzung des Körpers in Zusammenhang. Bei der Diagnose ist es daher wichtig, auch die Ursache für das sekundäre Lymphödem zu finden. Dazu sind verschiedene Untersuchungen geeignet:

Bei der Lymphödem-Diagnose kann der Arzt auch feststellen, welches Stadium das Lymphödem erreicht hat. Dies ist wichtig, um die geeignete Behandlung zu bestimmen. Anhand der verschiedenen Symptome unterscheidet man vier Lymphödem-Stadien: In Stadium 1 und 2, die beide wieder rückgängig zu machen (reversibel) sind, kann man ein Lymphödem durch einfache Methoden wie Hochlagerung des betroffenen Beins vollständig ausschwemmen. In Stadium 3 und 4 ist dies nicht mehr möglich.

StadienBeschreibung
Stadium 1: Übergangs- oder Latenzstadium Äußerlich ist keine Schwellung zu sehen, die Transportkapazität des Lymphsystems ist aber schon herabgesetzt.
Stadium 2: Weiche Schwellung Meist abends stark geschwollenes Lymphödem; bei entsprechender Therapie ist es möglich, das Ödem zu entfernen.
Stadium 3: Beginnende Bindegewebsvermehrung (Fibrose) Hartes, nicht eindrückbares Lymphödem; das Lymphödem und die Bindegewebsvermehrung gehen nur bei intensiver Behandlung zurück.
Stadium 4: Unförmiges Anschwellen von Körperteilen (lymphostatische Elephantiasis) Infolge der chronischen Lymphstauung (Lymphostase) schwellen besonders die Beine stark an, was man als elephantiasisartige Schwellung bezeichnet. Das Ödem und die Gewebeveränderungen sind nicht mehr vollständig rückgängig zu machen, die Haut ist verdickt und verhärtet.

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