Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. Mai 2014)

Lupus erythematodes gilt als die Krankheit mit den tausend Gesichtern, so vielfältig sind die Symptome, die sie hervorruft. Umso schwieriger ist es oft, die Diagnose und die Ursache zu finden.

Früher dachte man, angreifende Wölfe (lat. lupus = Wolf) wären für die Narben im Gesicht der Betroffenen verantwortlich. Mittlerweile weiß man, dass eine Autoimmunerkrankung die Ursache ist – von dem Mythos blieb nur der Name "Lupus" übrig. Das Wort "erythematodes" bedeutet errötend – namensgebend sind die rötlichen, schmetterlingsförmigen Hautausschläge im Gesicht, die typisch für den systemischen Lupus erythematodes sind.

Die Lupus-Krankheit verläuft chronisch und führt zu Entzündungen, die vor allem das Bindegewebe und die Gefäße betreffen (sog. Kollagenose). Die Erkrankung verläuft schubweise und kann sich auf den gesamten Körper auswirken. Frauen erkranken zehnmal häufiger an Lupus erythematodes als Männer – insgesamt ist SLE aber selten.

Lupus erythematodes: Video

Ein systemischer Lupus erythematodes entsteht als Folge einer überschießenden Reaktion des Immunsystems (Autoimmunerkrankung): Dabei bildet das Immunsystem aus ungeklärter Ursache Antikörper (sog. Autoantikörper), die sich gegen körpereigene Strukturen richten. Die Folge: Kleine Gefäße, Haut und Bindegewebe entzünden sich durch den Angriff der Autoantikörper. Im Verlauf können innere Organe und Gelenke Schaden nehmen.

Ein systemischer Lupus erythematodes äußert sich durch vielfältige Symptome. Typisch für SLE sind

Weitere Symptome kommen häufig dazu. Meist ruft die Lupus-Krankheit zusätzlich weniger charakteristische Beschwerden hervor wie Fieber, Gewichtsverlust und Müdigkeit.

Ärzte können den systemischen Lupus erythematodes anhand der typischen Beschwerden und sichtbaren Symptome sowie über eine Blutuntersuchung diagnostizieren: Hier finden sich vermehrt bestimmte Autoantikörper. Außerdem kann eine Biopsie helfen: Dabei entnimmt der Arzt aus der Haut und gegebenenfalls aus einer Niere eine Probe, die er anschließend auf SLE hin untersuchen lässt.

Der SLE benötigt eine engmaschige und gezielte Therapie. Ziel ist es, die fehlgesteuerte Abwehrfunktion des Körpers zu unterdrücken (sog. Immunsuppression) und die Beschwerden zu lindern. Weitere Medikamente, wie beispielsweise Blutdrucksenker oder Schmerzmittel, unterstützen bei Bedarf die Behandlung. Betroffene sollten UV-Strahlung durch Sonne und Solarium meiden, da sie einen Krankheitsschub auslösen kann.

Heilbar ist ein systemischer Lupus erythematodes nicht, doch dank moderner Therapieverfahren überleben neun von zehn Betroffenen mehr als zehn Jahre nach Feststellen der Diagnose. Viele erreichen bei gezielter Therapie eine nahezu normale Lebensdauer. Die Prognose verschlechtert sich allerdings, wenn Organschäden hinzukommen.






Anzeige