Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Symptome
Stand: 15. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein systemischer Lupus erythematodes (SLE) kann sich durch sehr vielfältige Symptome äußern, da er sehr viele verschiedene Organe betreffen kann. Anfangs zeigen sich meist allgemeine Anzeichen wie Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Fieber, Lymphknotenschwellungen und Hautausschläge. Diese treten schleichend oder plötzlich auf. Nach einiger Zeit führt der systemische Lupus erythematodes in der Regel zusätzlich zu Gelenkbeschwerden an mehreren Stellen des Körpers.
Wenn mehrere der nachfolgenden Symptome auftreten, ist es ratsam, ärztlich abklären zu lassen, ob möglicherweise ein systemischer Lupus erythematodes besteht:

Schmetterlingserythem im Gesicht
- Haut: Ein systemischer Lupus erythematodes zeigt typischerweise eine schmetterlingsförmige Hautrötung (Erythem) im Gesicht. Dieses Schmetterlingserythem verstärkt sich durch UV-Strahlung (Sonneneinstrahlung). SLE kann auch an allen anderen Stellen des Körpers sichtbare Hautausschläge verursachen. Die Betroffenen sind in der Regel sehr lichtempfindlich. Auch Symptome wie ein kreisrunder, meist irreversibler Haarausfall (sog. Alopecia areata), eine Entzündung der kleinen Gefäße der Haut (sog. Vaskulitis) mit geringfügigen Einblutungen um die Fingernägel oder Mundschleimhautentzündungen treten bei systemischem Lupus erythematodes auf.
- Gefäße: Bei Kältereiz verkrampfen sich die Gefäße der Finger, wodurch die Finger weiß und teilweise bläulich verfärbt sind (sog. Raynaud-Syndrom). Dieses Symptom, das schwächer ausgeprägt auch bei Gesunden auftritt, findet sich bei vielen Bindegewebserkrankungen (sog. Kollagenosen), zu denen der systemische Lupus erythematodes gehört.
- Gelenke: Meist treten morgendliche Schmerzen der großen und kleinen Gelenke (sog. Arthralgien), teilweise mit Schwellungen (Arthritis) auf. Dabei geht ein systemischer Lupus erythematodes anders als rheumatische Erkrankungen in der Regel nicht mit Knorpelschäden und Verformungen einher. Typischerweise sind auch nach Jahren im Röntgenbild keine Knochenveränderungen sichtbar. Der systemische Lupus erythematodes äußert sich häufig zusätzlich durch Muskelschmerzen (Myalgien).
- Organe und Lymphknoten im Bauchraum: Ein systemischer Lupus erythematodes ist gekennzeichnet durch die Aktivierung und Beteiligung der Immunsystems. Als Reaktionen der Körpers hierauf kommt es zu Vergrößerungen der Lymphknoten, der Leber und der Milz. Außerdem können Entzündungen des Bauchfells (Peritonitis) zu Magenschmerzen führen.
- Lunge: Ein systemischer Lupus erythematodes kann verschiedene Symptome einer Lungenbeteiligung zeigen; meist kommt es zur Entzündung des Rippenfells (Pleuritis) mit Pleuraerguss. Anzeichen hierfür sind starke atemabhängige Schmerzen.
- Herz: Der systemische Lupus erythematodes kann entzündliche Veränderungen sämtlicher Herzwandschichten auslösen. Am häufigsten ist die Entzündung des Herzfells (Perikarditis).
- Niere: Ein systemischer Lupus erythematodes geht in zwei Drittel der Fälle mit einer Nierenbeteiligung einher. Symptome hierfür sind eine Entzündung mit Eiweiß und Blut im Urin und ein erhöhter Blutdruck. Die Ausprägung ist dabei sehr unterschiedlich und reicht von mild bis lebensbedrohlich. Die schweren Formen der Nierenentzündung bei systemischem Lupus erythematodes verlaufen in 40 Prozent der Fälle ungünstig und führen häufig zu Nierenversagen (Niereninsuffizienz). Zusammen mit der Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS: Gehirn und Rückenmark) ist die Nierenbeteiligung bei SLE die schwerwiegendste Komplikation.
- Zentrales Nervensystem (ZNS): Zieht ein systemischer Lupus erythematodes das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft, treten als Symptome meist Kopfschmerzen, psychische Auffälligkeiten und Krämpfe auf.
Häufigkeiten der Symptome bei systemischem Lupus erythematodes
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