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Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Diagnose

Stand: 15. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein systemischer Lupus erythematodes (SLE) lässt sich sowohl anhand der auftretenden Beschwerden als auch durch ergänzende Untersuchungen der befallenen Organe diagnostizieren. Wichtig für die Diagnose ist dabei das gleichzeitige Auftreten typischer Symptome. Neben Ultraschalluntersuchungen kann die Diagnostik bei systemischem Lupus erythematodes zusätzliche Labor- und Gewebeuntersuchungen umfassen.

Laboruntersuchungen

Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem Antikörper gegen körpereigene Strukturen bildet (sog. Autoantikörper). Daher sind zur Diagnose verschiedene, teilweise sehr spezifische Laboruntersuchungen hilfreich, mit denen sich diese Autoantikörper nachweisen lassen. Die wichtigsten im Blut nachweisbaren Autoantikörper sind in der Tabelle aufgeführt:

Laboruntersuchung Ergebnis
Antinukleäre Antikörper (ANA) bei über 90% positiv
Anti-Doppelstrang-DNA-Antikörper (ds-DNA-Ak) sehr spezifisch für SLE
Anti-Sm-Antikörper (Antikörper gegen das Ribonukleoprotein Sm) sehr spezifisch für SLE
Antiphospholipid-Antikörper (Anti-Cardiolipin-Ak) verbunden mit Thrombose- oder Embolierisiko

Darüber hinaus ist ein systemischer Lupus erythematodes durch folgende Merkmale gekennzeichnet, die ebenfalls zur Diagnose beitragen und sich durch entsprechende Laboruntersuchungen prüfen lassen: eine erhöhte Blutsenkung bei einem meist normalen C-reaktiven Protein (CRP) und häufig eine verminderte Anzahl Blutzellen im Blutausstrich, vor allem weiße Blutkörperchen (Leukozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) und Blutarmut (Anämie).

Ein systemischer Lupus erythematodes führt infolge der typischen Autoimmunreaktion zur Bildung von Komplexen aus Antikörpern und Zellbestandteilen, die sich in Blutgefäßen ablagern. Diese gebundenen Antikörper (sog. Immunkomplexe) können Eiweiße eines als Komplementsystem bezeichneten Teils des Immunsystems aktivieren und verbrauchen. Daher lassen sich bei den Laboruntersuchungen die Komplementfaktoren C3 und C4 sowie das Gesamtkomplement CH50 im Blut in geringeren Mengen nachweisen. Hiermit kann der Arzt vor allem die entzündliche Aktivität des systemischen Lupus erythematodes im Verlauf gut überwachen. Lassen sich bei der Diagnose zu Zylindern angeordnete rote Blutkörperchen (Erythrozyten-Zylinder) und/oder Eiweiß im Urin und ein erhöhter Blutdruck nachweisen, spricht dies für eine Mitbeteiligung der Nieren im Rahmen des systemischen Lupus erythematodes (sog. Lupusnephritis).

Weiterlesen: Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Diagnose – Gewebeentnahme (Biopsie)

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