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Lungenentzündung (Pneumonie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. April 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Keine andere Infektionskrankheit kommt so häufig vor wie die Lungenentzündung (Pneumonie): Unter den Infektionskrankheiten ist sie in den Industrieländern sogar die häufigste Todesursache. Vor allem in der kalten Jahreszeit häufen sich Pneumonie-Fälle.

Prinzipiell kann jeder Mensch an einer Lungenentzündung erkranken. Besonders hoch ist das Pneumonie-Risiko allerdings bei

  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem,
  • Säuglingen und Kleinkindern sowie
  • älteren Menschen.

Bei jungen und gesunden Menschen ist das Immunsystem in der Regel stark genug, um sich gegen die Erreger zu wehren.

Meist entsteht eine Lungenentzündung durch eine Infektion mit Bakterien. Vor allem die sogenannten Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind häufig Ursache einer Lungenentzündung: Sie sind für rund die Hälfte aller Pneumonie-Fälle verantwortlich. Doch auch andere Krankheitserreger können eine Lungenentzündung verursachen, wie zum Beispiel Viren oder Pilze.

Die Krankheitserreger gelangen in der Regel über die Atemluft in den Körper, wo sie bis in die Lunge vordringen und dort im Gewebe zu einer Entzündung führen. In seltenen Fällen kann eine Pneumonie auch nach dem Einatmen von Reizgasen, als Reaktion auf bestimmte Medikamente oder als Folge von Bestrahlungen auftreten.

Je nach Auslöser können sich die Symptome der Lungenentzündung stark unterscheiden. Als typische Pneumonie gilt die bakterielle Lungenentzündung – sie geht in der Regel mit folgenden Beschwerden einher:

Eine atypische Pneumonie (z.B. eine virale Lungenentzündung) beginnt eher schleichend und kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

Häufig macht eine Lungenentzündung eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Meistens kommen zur Therapie spezielle Medikamente zum Einsatz: Sie enthalten Wirkstoffe, die sich gezielt gegen die auslösenden Erreger richten – bei einer bakteriellen Lungenentzündung sind beispielsweise Antibiotika wirksam.

Bei jungen und gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung in der Regel ohne Folgen aus. Bis zur Genesung vergehen etwa sechs Wochen. Bei einem geschwächten Immunsystem sind ein längerer Verlauf und Komplikationen möglich, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können.

Häufig schwieriger zu behandeln sind Lungenentzündungen, die durch eine Ansteckung mit "Krankenhauserregern" während eines stationären Aufenthalts entstehen (sog. nosokomiale Infektion). Der Grund: Die speziellen Erreger sind oftmals resistent gegen derzeitige Medikamente.

Mittlerweile stehen Impfstoffe gegen die häufigsten Auslöser der Lungenentzündung – die Pneumokokken – zur Verfügung. Eine Impfung gegen Pneumokokken ist besonders bei Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr, bei Personen, die älter als 60 Jahre alt sind, sowie bei Personen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche (z.B. HIV-Infektion) und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ratsam.

Lungenentzündung: Video

Ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Die Frage, ob eine Lungenentzündung ansteckend ist, lässt sich nicht generell beantworten. Prinzipiell sind die Erreger (in den meisten Fällen Bakterien) der Lungenentzündung ansteckend und können durch die Luft von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Dennoch: Wer sich mit Erregern einer Lungenentzündung infiziert, erkrankt nicht zwangsläufig an einer Pneumonie. Tatsächlich sind manche Erreger wie zum Beispiel Pneumokokken sogar bei vielen Menschen ganz normaler Bestandteil der Schleimhaut der oberen Atemwege – trotzdem bleiben sie kerngesund. Denn in der Regel kann das Immunsystem die Erreger erfolgreich in Schach halten.

Bei jungen und gesunden Menschen kommt es deshalb nur selten zu einem Ausbruch der Lungenentzündung, auch wenn sie die Erreger durch die Luft eingeatmet haben. Eine Lungenentzündung ist also vor allem dann ansteckend, wenn das Immunsystem geschwächt ist – etwa durch Erkrankungen. Ebenso haben ältere Menschen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, da der Körper im Alter weniger Abwehrzellen und Antikörper herstellt, während kleine Kinder leichter an einer Lungenentzündung erkranken, weil sich bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet hat.



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