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Lungenentzündung (Pneumonie): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. April 2015)

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) kann nach einer akuten Phase abklingen oder im weiteren Verlauf in eine langwierige (chronische) Lungenentzündung übergehen.

Prognose

Bei einer Lungenentzündung hängt der Verlauf von verschiedenen Faktoren ab: Mit welcher Prognose bei einer Lungenentzündung zu rechnen ist, bestimmen der verantwortliche Erreger, die Abwehrkräfte der Betroffenen und die eingesetzte Therapie. Bei jungen und gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung in der Regel ohne Komplikationen nach etwa sechs Wochen aus. Ein höheres Lebensalter sowie gesundheitliche Einschränkungen, beispielsweise an Herz oder Lungen, können den Verlauf der Infektion erschweren und die Dauer der Erkrankung verlängern.

Bei einer Lungenentzündung, die während eines Krankenhausaufenthalts entsteht (sog. nosokomiale Pneumonie), ist grundsätzlich mit einer schlechteren Prognose zu rechnen. Denn zum einen ist der Patient zu diesem Zeitpunkt durch den eigentlichen Grund seines Krankenhausaufenthalts in der Regel ohnehin geschwächt und zum anderen sind die Krankenhauskeime möglicherweise resistent gegen die verfügbaren Medikamente.

Komplikationen innerhalb der Lunge

Eine Lungenentzündung kann in ihrem Verlauf zu verschiedenen Komplikationen innerhalb der Lunge führen, wie zum Beispiel:

  • Sauerstoffmangel: Die Lungenentzündung kann das Atmen derart behindern, dass die Betroffenen nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxid abatmen können – ein schwerer Sauerstoffmangel ist möglich (sog. respiratorische Insuffizienz).
  • Blutvergiftung: Die für die Lungenentzündung verantwortlichen Bakterien können sich über das Blut im ganzen Körper verteilen und zu einem Versagen verschiedener Organe (z.B. Herz, Nieren) führen. Eine solche Blutvergiftung (Sepsis) ist ein lebensbedrohlicher Zustand.
  • Pleuraerguss: Eine schwere Lungenentzündung kann dazu führen, dass sich Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustkorb ansammelt (sog. Pleuraerguss). Wenn der Pleuraerguss die Atmung des Betroffenen sehr stark behindert, kann ein Arzt die Flüssigkeit mithilfe einer Nadel entfernen (sog. Pleurapunktion).
  • Pleuraempyem: Eine mögliche Komplikation der Lungenentzündung ist auch, dass sich im Pleuraspalt Eiter ansammelt (sog. Pleuraempyem). Der Pleuraspalt ist der Raum zwischen dem Lungenfell, das die Lungen überzieht, und dem Rippenfell. Verklebungen zwischen Lungenfell und Rippenfell können die Folge sein. In der Lunge kann sich außerdem eine abgegrenzte Eiterhöhle bilden (sog. Lungenabzess).
  • Bronchiektasen: Verläuft eine Lungenentzündung langwierig (chronisch), können sich die Bronchien mit der Zeit erweitern (sog. Bronchiektasen) – unter Umständen treten dann weitere Komplikationen auf: So kann es beispielsweise zu Blutungen in der Lunge oder zu wiederholt auftretenden Entzündungen kommen. Das Problem häufiger Entzündungen besteht darin, dass sie zu einer Vernarbung des Lungengewebes führen (sog. Lungenfibrose). Ist das Lungengewebe vernarbt, kann es sich schlechter ausdehnen und das Atmen ist eingeschränkt. Die Vernarbung der Lunge bleibt ein Leben lang bestehen.

Komplikationen außerhalb der Lunge

Wenn die Erreger der Lungenentzündung sich im weiteren Verlauf im Körper verteilen, kann es auch zu Komplikationen außerhalb der Lunge kommen. Zu den möglichen Infektionen in anderen Organen gehören zum Beispiel:

Außerdem können sich bei einer Lungenentzündung mit langwierigem Verlauf infolge zu langer Bettruhe Blutgerinnsel bilden, die mit dem Blutstrom ins Gehirn oder in die Lunge gelangen und dort plötzlich die Blutgefäße verschließen (sog. Embolie). Dieser Komplikation beugt man bei bettlägerigen Patienten im Krankenhaus in der Regel mit blutverdünnenden Medikamenten vor. Bei sonst gesunden Menschen lässt sich solchen Vorfällen meist mit wenig belastenden Übungen oder Bewegungen entgegenwirken – Medikamente sind dazu nur selten nötig.



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