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Lungenembolie

Lungenembolie: Ursachen

Stand: 9. März 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Für eine Lungenembolie kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Ausgangspunkt einer Lungenembolie ist meist ein Gefäßverschluss ( Thrombose ): In neun von zehn Fällen ist ein aus den Becken- oder Beinvenen in ein Lungengefäß eingeschwemmtes Blutgerinnsel der Grund für die Lungenembolie. Der als Embolus bezeichnete abgelöste Teil des Blutgerinnsels gelangt über die untere Hohlvene zum rechten Herzen und von dort aus in die rechte oder linke Lungenarterie. Ein großer Embolus verlegt ein entsprechend großes Gefäß und löst plötzlich Symptome aus. Häufig entwickelt sich eine Lungenembolie nach dem morgendlichen Aufstehen, nach der Stuhlentleerung oder einer plötzlichen körperlichen Anstrengung. Dabei kommt es zu Druckschwankungen im Gefäßsystem, die begünstigen, dass sich ein Blutgerinnsel löst und mit dem Blut über die Venen in die Lungengefäße gelangt.

Mediziner unterscheiden zwei Arten von Risikofaktoren für eine Thrombose und somit auch für eine Lungenembolie: die sogenannten expositionellen und die dispositionellen Risikofaktoren.

  • Der Begriff "expositionelles Risiko" fasst alle von außen wirkenden Einflüsse zusammen. Besonders Operationen (z.B. Knie- oder Hüftgelenksersatz, Eingriffe an der Wirbelsäule), schwere Verletzungen der Wirbelsäule, des Beckens und der Beine sowie längere Bettruhe oder Bettlägerigkeit gehen mit einem erhöhten Risiko einher.
  • Zu den dispositionellen Risiken zählen angeborene (z.B. vererbbare Störungen der Blutgerinnung) und erworbene (z.B. Übergewicht oder chronische Erkrankungen) Faktoren, die die jeweilige Person betreffen.

Angeborene und erworbene (dispositionelle) Faktoren erhöhen in unterschiedlichem Maße das Risiko für eine Thrombose und Lungenembolie:

Faktoren, die das Risiko geringfügig erhöhen:

  • Schwangerschaft und Wochenbett
  • eine bestimmte Nierenerkrankung (sog. nephrotisches Syndrom)
  • stark ausgeprägte Krampfadern (Varikose)

Faktoren, die das Risiko mäßig erhöhen:

Faktoren, die das Risiko stark erhöhen:

  • vorherige Thrombose oder Lungenembolie in der Krankengeschichte
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Schlaganfall mit Lähmung eines Beins
  • schwer erkrankte Patienten, die sich in intensivmedizinischer Behandlung befinden
  • schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die eine Beatmung erfordert

Außerdem können weitere Umstände das Risiko für eine Thrombose geringfügig bis stark erhöhen:

  • eine Therapie mit weiblichen Sexualhormonen (z.B. Verhütung mit der Antibabypille)
  • bestimmte Medikamente, die die Wirkung von Sexualhormonen blockieren
  • Blutgerinnungsstörungen (z.B. APC-Resistenz bzw. Faktor-V-Leiden-Mutation)
  • manche bösartigen Erkrankungen

Sie alle kommen bei einer Lungenembolie als Ursachen infrage.

Indem der Arzt bei jedem Patienten individuell expositionelles und dispositionelles Risiko beurteilt, kann er die jeweilige Wahrscheinlichkeit für eine Thrombose und eine Embolie einschätzen. Hiernach richtet sich bei einem Aufenthalt im Krankenhaus oder in der häuslichen Pflege unter anderem die Art und der Umfang der Vorbeugung (Thromboseprophylaxe).

Weiterlesen: Lungenembolie: Ursachen – Lungenembolie und Schwangerschaft

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