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Lungenembolie

Wells-Score

Stand: 9. März 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der Arzt schätzt anhand des sogenannten Wells-Score (benannt nach dem Arzt Philip S. Wells) die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie ein. In die Beurteilung des Scores fließen sieben Parameter ein, die der Arzt mittels körperlicher Untersuchung und Erhebung der Vorgeschichte bestimmt.

Wells-Score:

  1. Gibt es Anhaltspunkte für eine Thrombose? Falls ja: 3 Punkte
  2. Ist eine Lungenembolie wahrscheinlicher als eine andere Diagnose? Falls ja: 3 Punkte
  3. Schlägt das Herz schneller als 100-mal pro Minute (Tachykardie)? Falls ja: 1,5 Punkte
  4. Wurde der Betroffene innerhalb der letzen vier Wochen operiert oder musste er strenge Bettruhe einhalten? Falls ja: 1,5 Punkte
  5. Hatte der Patient schon einmal eine Thrombose oder Lungenembolie? Falls ja: 1,5 Punkte
  6. Enthält der Auswurf oder die Spucke beigemengtes Blut? Falls ja: 1 Punkt
  7. Leidet der Betroffene akut oder litt er innerhalb der letzten sechs Monate an einer Krebserkrankung? Falls ja: 1 Punkt

Je höher die Summe, desto wahrscheinlicher liegt eine Lungenembolie vor:

  • 0-2 Punkte: Die Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie ist gering.
  • 2-6 Punkte: Die Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie ist mittelhoch.
  • > 6 Punkte: Die Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie ist hoch.

Blutuntersuchungen (D-Dimere)

Blutuntersuchungen sind ebenfalls wichtiger Bestandteil der Lungenembolie-Diagnostik: In Labortests lassen sich Anhaltspunkte für eine verstärkte Blutgerinnung finden. Im Fokus stehen dabei die sogenannten D-Dimere. Sie entstehen bei der Blutgerinnung, etwa, wenn sich in Blutgefäßen ein Blutgerinnsel bildet oder bei einer Lungenembolie. Allerdings können auch andere Erkrankungen (z.B. Tumorerkrankungen oder spezielle Gerinnungsstörungen), Verletzungen, Operationen und einige Medikamente (z.B. der Wirkstoff Furosemid) die Konzentration der D-Dimere im Blut erhöhen. Auch während einer Schwangerschaft steigt die Konzentration der D-Dimere im Blut an. Ein D-Dimer-Test ohne auffälliges Ergebnis schließt bei einer Person, die vorher nicht im Krankenhaus lag, den Verdacht auf eine Lungenembolie relativ sicher aus.

EKG und Herzultraschall

Das EKG (Elektrokardiogramm) gibt dem Arzt Hinweise auf eine Überlastung des rechten Herzens, zeigt aber nur bei etwa jeder vierten Person mit Lungenembolie Auffälligkeiten. Auch eine Untersuchung des Herzens mit Ultraschall ( Echokardiographie ) hilft dem Arzt, den Zustand des rechten Herzens einzuschätzen und ermöglicht außerdem, den Blutdruck in den Lungengefäßen zu messen. Er steigt bei einer Lungenembolie in dem betroffenen Gefäß an. Darüber hinaus dient die Echokardiographie dazu, andere Erkrankungen des Herzens auszuschließen, die ähnliche Symptome wie eine Lungenembolie verursachen können. Beispiele sind ein Herzinfarkt oder ein eingerissenes Gefäß (Aortenruptur). Der Arzt setzt den Herzultraschall bei einer Lungenembolie nicht nur ein, um die Diagnose zu stellen, sondern auch, um die Prognose des Patienten einzuschätzen.

Weiterlesen: Lungenembolie: Diagnose – Bildgebende Verfahren

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