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Lungenembolie

Lungenembolie: Definition

Stand: 9. März 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der Begriff Lungenembolie (Lungenarterienembolie) steht für einen plötzlichen Verschluss einer Lungenarterie. In neun von zehn Fällen verlegt ein aus den Venen des Beckens oder der Beine eingeschwemmtes Blutgerinnsel das Lungengefäß. Da es sich um ein verschlepptes Blutgerinnsel handelt, muss es an anderer Stelle des Körpers eine "Quelle" oder einen Ausgangspunkt geben.

Begriffsklärung: Thrombus, Thrombose, Embolus

Wenn ein Blutgerinnsel ( Thrombus ) ein Gefäß verschließt, entsteht eine Thrombose . Oft betrifft eine Thrombose eine Bein- oder Beckenvene. Ein Embolus ist ein über die Blutbahn verschlepptes Gebilde, zum Beispiel ein abgelöster Teil eines solchen Blutgerinnsels. Die Begriffe Embolie und Embolus leiten sich vom griechischen Wort embole ab, das für Hineindringen steht.

Ein Embolus (Mehrzahl: Emboli) ist im Blut nicht löslich und kann ein festes, flüssiges oder gasförmiges Gebilde sein:

  • feste Emboli: verschleppte Blutgerinnsel (Ursache von 90 Prozent aller Lungenembolien), Gewebeteile (z.B. Teile eines Tumors), Parasiten
  • flüssige Emboli: Fetttropfen, die zerstörtem Körpergewebe entstammen (z.B. nach einem Knochenbruch); Fruchtwasser, das während der Geburt in Gefäße gelangt
  • gasförmige Emboli: Luftblasen (z.B. nach offenen Verletzungen von Gefäßen)

Der Embolus wandert mit dem Blutstrom über die Venen des Beins oder Beckens durch die untere Hohlvene in Richtung des rechten Herzens. Aus dem rechten Herzen entspringt die Lungenschlagader (Lungenarterie). Sie beginnt mit einem großen Stamm, der sich in eine linke und rechte Lungenarterie aufspaltet. Im weiteren Verlauf gliedern sich die Gefäße immer weiter auf, ähnlich den Ästen eines Baums.

Jeder Embolus gelangt vorerst vom rechten Herzen aus in den Stamm der Lungenarterie. Er verkeilt sich im weiteren Verlauf – abhängig von seiner Größe – in einem Gefäßast und verschließt ihn vollständig oder teilweise. Nach der Größe richtet sich auch, wie schwer eine Lungenembolie verläuft: Verschließt das verschleppte Gerinnsel ein großes Gefäß, schränkt das den Blutfluss zwischen Herz und Lunge stärker ein, als wenn nur ein kleines Gefäß betroffen ist. Entsprechend empfindet ein Betroffener bei einem großen Verschluss schlagartig Beschwerden, während ein kleiner Verschluss völlig unbemerkt ablaufen kann.

Die kritische Folge eines großen Verschlusses: Blut staut sich vor dem verlegten Gefäß in das rechte Herz und von dort in die zum Herzen führenden Venen zurück. Das Herz versucht, gegen den Widerstand anzupumpen und dehnt sich aufgrund des Rückstaus aus. Die plötzliche Überlastung des rechten Herzens nennen Mediziner akutes Cor pulmonale (Cor = Herz, Pulmo = Lunge). Die damit einhergehende Schwäche des rechten Herzens heißt akute Rechtsherzinsuffizienz . In schweren Fällen kann das Rechtsherzversagen zu einem Kreislaufschock führen, der ohne sofortige Therapie tödlich endet.

Weiterlesen: Lungenembolie: Ursachen

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