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Listeriose

Listeriose: Ursachen

Stand: 15. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Listerien

Die Listeriose hat ihre Ursachen in einer Infektion mit Listerien – dies sind Bakterien, die weltweit verbreitet sind. Der wichtigste Listeriose-Erreger beim Menschen ist Listeria monocytogenes – ein stäbchenförmiges Bakterium, das in der Natur praktisch überall vorkommt: im Wasser, im Boden und auf Pflanzen. Listeria monocytogenes findet sich in Abwässern, in Futtermitteln sowie im Kot von Tieren und auch im Stuhl von gesunden Menschen. Listerien sind in der Lage, sich noch bei niedrigen Temperaturen bis knapp unter null Grad Celsius zu vermehren – also auch im Kühlschrank.

Übertragung

Für die Listeriose kommen verschiedene Übertragungswege als Ursachen infrage. Die Übertragung der Infektionskrankheit geschieht überwiegend durch den Verzehr von Lebensmitteln, die mit Listerien verseucht sind: Die Listerien finden sich besonders in Milch und Milchprodukten (v.a. in Käse), in rohem Fleisch (Hackfleisch) und Fleischerzeugnissen (z.B. Rohwurst wie Salami), Geflügel, geräuchertem oder mariniertem Fisch (z.B. Herings- oder Makrelenkarbonade) sowie in Schalentieren. Die Listeriose-Erreger sind aber auch auf verunreinigten pflanzlichen Lebensmitteln zu finden oder können durch nachfolgende Verarbeitung auf listerienfreie Lebensmittel gelangen. Durch den Verzehr der verunreinigten Lebensmittel gelangen sie in den menschlichen Körper.

Des Weiteren können der Listeriose als Ursachen Kontakte mit erkrankten Tieren oder verunreinigtem Erdboden zugrunde liegen, etwa in der Landwirtschaft oder bei der Gartenarbeit. Auch eine direkte Übertragung der Listeriose von Mensch zu Mensch ist möglich: Wer sich mit Listerien infiziert hat, kann die Bakterien mehrere Monate lang über den Stuhl ausscheiden. Erst wenn sich im Stuhl keine Listerien mehr finden, ist keine Ansteckung möglich.

Die Listeriose-Übertragung von Mensch zu Mensch kann mehrere Ursachen haben: So kann – wenn der Urogenitaltrakt mit den Bakterien besiedelt ist – die Ansteckung mit Listeriose beim Geschlechtsverkehr geschehen. Und eine Listerien-Infektion während der Schwangerschaft kann dazu führen, dass die Mutter ihr Kind ansteckt: Zum einen kann sich das Kind in der Schwangerschaft über die Plazenta (transplazentar) oder während der Geburt bei der Passage durch den Geburtskanal mit den Listerien infizieren. Zum anderen kann die Übertragung der Listeriose auch nach der Geburt durch engen Mutter-Kind-Kontakt erfolgen. Eine Listerien-Infektion über die Muttermilch ist jedoch nicht möglich, weshalb betroffene Frauen bedenkenlos stillen können.

Selten hat die Listeriose ihre Ursachen in einer Krankenhausinfektion (nosokomiale Infektion). Hiervon betroffen sind Menschen mit geschwächter Immunabwehr: Wenn beispielsweise zu früh geborene Kinder auf der Neugeborenenstation oder Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen auf der Intensivstation mit Listerien in Kontakt kommen, besteht das Risiko einer Übertragung. Mögliche Infektionsquellen können Mitpatienten oder gesundes Klinikpersonal sowie verseuchte Lebensmittel sein.

Inkubationszeit

Bei der Listeriose beträgt die Inkubationszeit (d.h. die Zeit zwischen der Infektion mit Listerien und dem Auftreten der Symptome) je nach Infektionsweg 1 bis 70 Tage. Durchschnittlich ist die Inkubationszeit 3 Wochen lang.

Weiterlesen: Listeriose: Symptome

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