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Lippen-Kiefer-­Gaumenspalte (Cheilognathopalato­schisis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. August 2013)

Die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist eine häufige angeborene Fehlbildung der Mundpartie: Jährlich kommen allein in Deutschland etwa 1.500 Kinder mit einer solchen Spalte zur Welt, die man früher – je nach Ausprägung – umgangssprachlich auch als "Hasenscharte" oder "Wolfsrachen" bezeichnete.

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte entsteht, wenn sich während der embryonalen Entwicklung Teile des Gesichts unvollständig verschließen. Die Ursache für diese gestörte Entwicklung ist nicht genau geklärt – zum einen kann eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte durch Vererbung entstehen, zum anderen können äußere Einflüsse (z.B. Ernährung in der Schwangerschaft, Rauchen in der Schwangerschaft, Alkoholkonsum während der Schwangerschaft) bei der Entstehung von Spaltbildungen eine Rolle spielen.

Um das Risiko von Spaltbildungen wie der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zu minimieren, ist es daher ratsam, während (und bei einem geplanten Kind auch vor) der Schwangerschaft Folsäure einzunehmen und Risikofaktoren zu vermeiden – das bedeutet zum Beispiel:

  • nicht zu rauchen,
  • auf Alkohol zu verzichten,
  • sich ausreichend und ausgewogen zu ernähren und
  • Stress möglichst zu umgehen.

Die bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vorliegenden Deformierungen von Mund und Nase sind so typische Symptome, dass die Diagnose nach der Geburt leicht ist: Die Lippenspalte ist bei Neugeborenen von außen deutlich zu sehen. Spätestens ab der 20. Schwangerschaftswoche kann man – je nachdem, in welcher Position sich das ungeborene Kind bei der Untersuchung befindet – die Lippenspalte auch im vorgeburtlichen Ultraschall erkennen.

Bei fehlender oder unzureichender Behandlung behindert die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bei der Nahrungsaufnahme, der Atmung, beim Hören und Sprechen. Zudem ist die psychische Belastung für die betroffenen Kinder und deren Eltern groß. Dies muss aber nicht sein – gegen die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte steht eine zwar langwierige, aber erfolgversprechende Therapie zur Verfügung:

Ärzte verschiedener Fachrichtungen (z.B. Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Kieferorthopäden, Zahnärzte, HNO-Ärzte, Sprachtherapeuten) können gemeinsam sehr gute ästhetische und funktionelle Ergebnisse erzielen und fast alle Probleme, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und ähnlichen Fehlbildungen zusammenhängen, beseitigen. So können die Betroffenen ein normales Leben führen.






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