Lippen-Kiefer- Gaumenspalte (Cheilognathopalato- schisis)

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Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis)

Komplikationen

Stand: 7. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Psychische Faktoren

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis) kann im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen mit sich bringen. Dabei spielen psychische Faktoren eine große Rolle: Die deutlich sichtbare Fehlbildung kann bereits Kleinstkinder durch Unverständnis der Umgebung – etwa in Form von Hänseleien im Kindergarten – psychisch belasten. Die äußerlichen Auffälligkeiten spielen auch während der Pubertät eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hinzu kommen ständige Therapie- und Klinikaufenthalte, die immer wieder Einschnitte im normalen Leben der Betroffenen bedeuten.

Nahrungsaufnahme

Zu den für eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis) im frühen Verlauf typischen Komplikationen zählen Probleme bei der Nahrungsaufnahme: Da bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte eine offene Verbindung zwischen Mundraum und Nase besteht, ist das Essen und Trinken erschwert. Beim Saugen legen Babys die Zunge reflektorisch in die Spalte, wodurch die Nase verschlossen ist. Das gleichzeitige Trinken und Atmen – eine besondere Fähigkeit von Säuglingen – ist dadurch nicht mehr möglich, sodass die betroffenen Kinder das Trinken ständig unterbrechen müssen, um Luft zu holen. Bei einer Lippenspalte verschluckt das Baby zusätzlich Luft, was ein effizientes Trinken verhindert. Auch der unvollständige Verschluss des Nasenrachens beim Schlucken führt zu Ernährungsproblemen, indem zum Beispiel Flüssigkeit in die Nase gelangt.

HNO-Erkrankungen

Zu den bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis) im weiteren Verlauf möglichen Komplikationen gehören verschiedene HNO-Erkrankungen: Bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte treten häufig Veränderungen im Mittelohr auf, wie Flüssigkeitsansammlungen und Entzündungen. Der Grund hierfür ist eine zu geringe Belüftung des Mittelohrs durch die Ohrtrompete. Die Funktion der Ohrtrompete ist eingeschränkt, da die Gaumenmuskeln bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte unzureichend ausgebildet sind und somit nicht hinreichend wirken und gleichzeitig die Rachenmandel vergrößert ist. Unbehandelt entsteht eine Schwerhörigkeit.

Sprachentwicklung

Durch eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis) ergeben sich auch Probleme bei der Sprachentwicklung: Für eine korrekte Lautbildung ist ein richtig ausgebildeter Gaumen in Zusammenarbeit mit der Zunge notwendig. Daher wirkt sich eine Fehlbildung in diesem Bereich erschwerend auf die Sprachbildung aus. Bei einer nur unzureichend behandelten Lippen-Kiefer-Gaumenspalte entwickeln die Betroffenen eine sogenannte Gaumenspaltensprache mit einer näselnden Stimme und Störungen der Aussprache (Artikulation): Die durch eine eingeengte oder verbogene Nasenscheidewand behinderte Nasenatmung beeinträchtigt die Sprache. Darüber hinaus kann die normale Sprachentwicklung dadurch beeinträchtigt sein, dass das Hörvermögen infolge der Cheilognathopalatoschisis eingeschränkt ist.

Zahnentwicklung

Die im Verlauf einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis) auftretenden Komplikationen umfassen auch eine gestörte Zahnentwicklung: Zahnfehlstellungen infolge einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte betreffen vor allem die äußeren oberen Schneidezähne. Die Zahnpflege ist aufgrund der Fehlstellungen oftmals erschwert.

Weiterlesen: Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis): Vorbeugen

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