Lipom: Was ist das und wie lässt es sich entfernen?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. August 2017)

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Ein gelbliches Knötchen unter der Haut ist meist kein Grund zur Sorge: Wenn es weich und elastisch ist und sich leicht verschieben lässt, handelt es sich wahrscheinlich um ein ungefährliches Lipom.

Was ist ein Lipom?
Ein Lipom ist ein mit Fettzellen gefüllter Knubbel, der sich unter der Haut oder im Muskelgewebe bildet. Ein Lipom kann linsen- bis handtellergroß sein. Manchmal bilden sich auch mehrere Lipome, die man auch als Lipomatosen bezeichnet. In der Regel sind Lipome gutartig.

Ein Lipom verursacht meist keine Beschwerden. Aus medizinischen Gründen ist es daher normalerweise nicht nötig, es operativ zu entfernen. Manchmal kann ein Lipom allerdings Schmerzen verursachen, etwa, wenn es nah an Nerven oder Blutgefäßen wächst. Dann kann es möglicherweise sinnvoll sein, dass der Arzt das Lipom operativ beseitigt.

Wird das Lipom nicht entfernt, sollte der Patient es regelmäßig kontrollieren lassen. Denn in sehr seltenen Fällen entarten Lipome. Das bedeutet, sie entwickeln sich zu bösartigen Tumoren. Ärzte sprechen dann von "Liposarkomen". Im Gegensatz zu harmlosen Lipomen wachsen Liposarkome schnell, verursachen Druckschmerzen und lassen sich nicht verschieben.

Lipom: Ursachen

Warum und wie Lipome entstehen, ist nicht genau bekannt. Da sie häufig bei mehreren Mitgliedern einer Familie auftreten, vermuten Mediziner aber, dass die Ursachen in den Genen liegen.

Lipom: Symptome

Kleine Lipome verursachen nur selten Beschwerden oder deutliche Symptome. Wenn sie so groß werden, dass man sie sehen oder ertasten kann, stören sie die Betroffenen manchmal aus ästhetischen Gründen. Wenn Lipome ungünstig liegen, etwa in der Nähe von Nerven, können sie jedoch auch Schmerzen verursachen.

Lipom: Welche Untersuchungen sind nötig?

Wer unter seiner Haut einen Knubbel oder Knoten entdeckt, sollte diesen von einem Hautarzt untersuchen lassen

Dieser kann klären, ob es sich bei der Wucherung um ein Lipom oder eine bösartige Veränderung der Haut handelt. Der Arzt tastet den Knubbel zunächst ab. Zudem kann er mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) die Größe der Wucherung erfassen. 

Auch wenn der Arzt ein harmloses Lipom vermutet, nimmt er in der Regel eine Gewebeprobe und lässt die Zellen unter dem Mikroskop untersuchen. So kann er sicher ausschließen, dass es sich bei der Wucherung um ein Liposarkom, also um einen bösartigen Tumor handelt.

Lipom: Behandlung

Meist ist keine Therapie notwendig. Wenn der Arzt sich nicht sicher ist, ob es sich um ein gutartiges Lipom oder eine bösartige Wucherung handelt, kann er es operativ entnehmen und das Gewebe unter dem Mikroskop untersuchen lassen.

Auch wenn das Lipom dem Patienten Schmerzen bereitet oder ihn aus ästhetischen Gründen stört, kann der Arzt es entfernen.  

Lipom: Verlauf und Komplikationen

Ein gutartiges Fettgeschwulste beeinträchtigt den Betroffenen meist nicht.

Wenn doch, kann der Arzt es in der Regel problemlos entfernen. Nach der Operation sind Komplikationen wie Infektionen oder Störungen der Wundheilung möglich, allerdings selten. Häufig kommt es hingegen vor, dass sich das Lipom an der gleichen Stelle erneut bildet.

Insgesamt entwickeln sich im Weichgewebe des Körpers sehr selten Tumore. Wenn doch, treten sie bevorzugt in der zweiten Lebenshälfte auf, etwas häufiger bei Männern als bei Frauen. 

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Lipom":


Quellen:

Lipom. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 25.5.2017)

Definition und Häufigkeit von Weichteiltumoren. Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de (Stand: 22.8.2017)

Largiader, F. et al.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2016

Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Müller, M. et al.: Chirurgie für Studium und Praxis. Medizinische Verlags- und Informationsdienste. Breisach 2014

Aktualisiert am: 24. August 2017

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