Lipödem: Therapie – was kann man tun?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (06. April 2017)

Bislang gibt es für das Lipödem keine ursächliche Therapie. Dennoch lassen sie die Beschwerden der Erkrankung durch eine Behandlung größtenteils lindern und auch der Umfang der Beine (oder Arme) verringern. Ob bei einem Lipödem eine Therapie notwendig ist, hängt davon ab, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. In Stadium 1 gilt eine Behandlung oft nicht als notwendig. In der Regel verschreiben Ärzte erst ab Stadium 2 des Lipödems therapeutische Maßnahmen.

Bei einem Lipödem ist das erste Ziel der Therapie, das im Gewebe gespeicherte Wasser so weit wie möglich zu verringern beziehungsweise das Gewebe zu entstauen. Das lässt sich mit zwei Methoden erreichen:

  • über die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE): Die KPE ist eine Kombination aus vier verschiedenen Maßnahmen:
  • über Kompressionsverbände: Durch spezielle Verbände oder durch Kompressionsstrümpfe lässt sich in frühen Stadien oft verhindern, dass sich mehr Wasser einlagert bzw. sich das Lipödem verschlimmert

Laut Empfehlungen sollte die komplexe physikalische Entstauungstherapie möglichst lebenslang durchgeführt werden, da sich die Ödeme sonst erneut bilden. Auf das Fettgewebe an sich hat die KPE jedoch keine Auswirkungen. Nach einer erfolgreichen Entwässerung des Lipödems kann deshalb eine Fettabsaugung (Liposuktion) infrage kommen, bei der der Arzt übermäßiges Fettgewebe entfernt.

Obwohl eine Kombination aus komplexer physikalischer Entstauungstherapie und Fettabsaugung als Therapie von Experten empfohlen wird, zählt die Fettabsaugung noch nicht zu den Standardtherapien beim Lipödem. Aus diesem Grund müssen Betroffene die Kosten für eine Fettabsaugung in der Regel selbst tragen, da der Eingriff von den Krankenkassen bislang als reine Schönheits-OP gewertet wird.

Diuretika

Eine Behandlung des Lipödems mit entwässernden Medikamenten (Diuretika) gilt als nicht empfehlenswert, da sich bei längerer Einnahme das Gewebe verhärten kann.

Ernährung

Eine Ernährungsumstellung bringt nicht im eigentlichen Sinne einen Erfolg, da das vermehrte Fettgewebe bei einem Lipödem nicht die Folge einer übermäßigen Kalorienzufuhr ist. Dementsprechend gibt es auch keine spezielle Diät, die man beim Lipödem empfehlen könnte. Sofern Übergewicht vorhanden ist, kann eine Umstellung hin zu einer ausgewogenen Ernährung jedoch dazu beitragen, dass das Körpergewicht reduziert wird, um ein Normalgewicht zu erreichen. Bei vorhandenem Lipödem sollten Betroffene zudem darauf achten, dass das Gewicht nicht durch ungünstige Ernährungsweisen zunimmt.

Sport

Es gibt keine speziellen Sportübungen, die dabei helfen ein Lipödem zu verringern. Auch ein Bauch-Beine-Po-Training bleibt hierbei wirkungslos. Sportarten im Wasser können die Beschwerden jedoch insofern lindern, dass durch den Wasserdruck eine Art Lymphdrainage entsteht. Empfehlenswert sind hierfür zum Beispiel Sportarten wie

  • Schwimmen
  • Aqua-Jogging
  • Aqua-Aerobic
  • Aqua-Cycling

Sport ist auch zu empfehlen, wenn es darum geht, vorhandenes Übergewicht zu verringern.


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