Lipödem: typische Symptome

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (06. April 2017)

Ein Lipödem zeichnet sich durch verschiedene Symptome aus. Das Unterhautfettgewebe im Bereich der Beine (oder der Arme) nimmt langsam, aber stetig zu. Füße (oder Hände) bleiben dagegen normal, ebenso wie der Rumpf des Körpers. Je nachdem, wie weit das Lipödem fortgeschritten ist, stimmen die Proportionen zwischen Ober- und Unterkörper nicht mehr. Das fällt umso mehr auf, wenn die Betroffene im Grunde normalgewichtig ist.

Die Fettverteilung an den Beinen (bzw. Armen) kann individuell verschieden sein. Manchmal ist das gesamte Bein von den Knöcheln an aufwärts betroffen (teilweise inklusive Gesäß), bei anderen vermehrt sich das Fettgewebe möglicherweise nur an den Oberschenkeln oder Unterschenkeln (bzw. Ober- oder Unterarmen). Ist das Fett gleichmäßig über das gesamte Bein verteilt, spricht man auch von einem "Säulenbein". Sammelt sich das Fett vor allem am oberen Teil des Oberschenkels an, liegt eine sogenannte "Reiterhose" vor. In späteren Stadien bilden sich bei den Betroffenen möglicherweise Fettwülste oberhalb der Knie oder der Sprunggelenke.

Anfangs sind die vom Lipödem betroffenen Gewebebereiche oft "nur" druckempfindlich, möglicherweise liegt ein Spannungsgefühl vor. In fortgeschrittenen Stadien verstärken sich die Symptome: Die Bereiche reagieren dann sehr schmerzhaft auf Druck, können unter Umständen aber auch ohne Druck schmerzen.

Insgesamt fühlt sich die Haut der vom Lipödem betroffenen Bereiche weich an und wirkt eher zart und fein. Häufig erkennt man unter der Haut feinste verzweigte Blutgefäße. Zudem entstehen sehr leicht blaue Flecken (Blutergüsse).

Im Unterschied zu einem normalen Ödem lässt sich das Gewebe bei einem Lipödem kaum oder gar nicht eindrücken beziehungsweise der Druck hinterlässt keine Delle. Die Beine fühlen sich durch das Lipödem oft schwer an. Häufig verstärken sich Symptome wie Schmerzen oder Schweregefühl bei:

  • warmem Wetter
  • langem Stehen
  • langem Sitzen
  • abends

In den Beinen (oder Armen) entsteht oft ein Hitzegefühl, obwohl sich die Gliedmaßen von außen kühl anfühlen.

Manche Betroffene mit Lipödem sind normalgewichtig, andere leiden gleichzeitig an Übergewicht. In jedem Fall lässt sich das Lipödem nicht durch Ernährung oder Sport beeinflussen und reagiert nicht auf Diäten oder Ernährungsumstellungen. Bei bestehendem Übergewicht kann jedoch der Körperrumpf durch Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung an Umfang verlieren.

Mediziner unterscheiden beim Lipödem verschiedene Stadien:

  • Stadium 1: Die Fettverteilung in der Unterhaut ist noch gleichmäßig, die Haut ist glatt. Das Bindegewebe wird in diesem Stadium jedoch bereits überschwemmt und erweicht.
  • Stadium 2: Es bilden sich erste Knötchen im Unterhautfettgewebe; auf der Haut zeigen sich unebene, Cellulite-ähnliche Stellen. Schmerzen treten auf.
  • Stadium 3: Im Gewebe der Unterhaut bildet sich vermehrt Bindegewebe. Dadurch verhärtet sich der betroffene Bereich. An Oberschenkeln und Knien entstehen deutliche Fettwülste. Die Schmerzen nehmen zu.

Man sieht eine grafische Darstellung der drei Lipödem-Stadien.

Die verschiedenen Stadien einen Lipödems.

Wie weit die Erkrankung fortschreitet, ist individuell verschieden. Ohne Behandlung kann sich über die Jahre außerdem zusätzlich ein Lymphödem bilden. Das heißt, die Lymphflüssigkeit kann nicht richtig aus dem Gewebe abfließen und staut sich auf. Dadurch schwellen die betroffenen Gewebebereiche zusätzlich an.

Bei einem stark ausgeprägten Lipödem kann es unter Umständen zu Problemen beim Gehen oder bei anderen Bewegungsabläufen kommen. Auch wunde Hautstellen sind möglich, wenn die Gliedmaßen durch ihren Umfangszuwachs aneinander scheuern.

Viele Betroffene haben durch die körperlichen Veränderungen und das damit einhergehende veränderte Aussehen sowie durch die Schmerzen einen hohen Leidensdruck.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst