Lipödem: Was ist das?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (06. April 2017)

Von einem Lipödem spricht man, wenn sich an beiden Beinen (oder seltener an den Armen) das Fettgewebe der Unterhaut vermehrt und schmerzhaft auf Druck reagiert. Manchmal ist auch das Gesäß mitbetroffen. An Füßen (oder Händen) nimmt das Fettgewebe bei einem Lipödem dagegen nicht zu. Auch der Körperrumpf bleibt vom Lipödem unbeeinträchtigt, sodass ein deutliches Missverhältnis bei den Proportionen von Ober- und Unterkörper besteht, vor allem wenn der Betroffene normalgewichtig ist.

Wissenswertes
Das Lipödem als Erkrankungsbild wurde erstmals 1940 von den US-amerikanischen Ärzten Allen und Hines beschrieben.

Häufigkeit

Wie häufig ein Lipödem auftritt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, da es bislang kaum aussagekräftige Daten gibt. Schätzungen zufolge sollen in Deutschland jedoch etwa eine Million Menschen vom Lipödem betroffen sein. Wahrscheinlich liegt die Zahl sogar höher, da ein Lipödem im Anfangsstadium möglicherweise nicht als solches erkannt wird oder ein fortgeschrittenes Stadium fälschlicherweise für ein reines Lymphödem gehalten wird.

Ein Lipödem entwickelt sich normalerweise ausschließlich bei Frauen. In der Regel beginnt es in jüngerem Alter, meist nach der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft. Dass ein Lipödem bei Frauen erst im mittleren Lebensalter neu auftritt ist eher selten. In etwa 70 Prozent der Fälle betrifft die Erkrankung nur die Beine, in 30 Prozent der Fälle zusätzlich auch die Arme.

Männer erkranken dagegen äußerst selten an einem Lipödem und wenn, dann eher im mittleren Lebensalter. Hier tritt die Erkrankung meist im Zusammenhang mit

  • einem alkoholbedingten Leberschaden,
  • starken hormonellen Störungen (z.B. Hypogonadismus) oder
  • einer Hormonbehandlung (z.B. bei Krebserkrankungen) auf.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst