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Lichen ruber planus (Knötchenflechte)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Juli 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Lichen ruber planus (Knötchenflechte) ist eine schubartig verlaufende, entzündliche Hautkrankheit, die durch Hautveränderungen und Juckreiz gekennzeichnet ist. Lichen ruber planus tritt überwiegend im mittleren Alter (bei 30- bis 60-Jährigen) auf und zählt in dieser Altersgruppe zu den häufigen Hauterkrankungen; häufig verschwindet die Flechte nach längerer Zeit von selbst wieder.

Neben der Haut kann die Knötchenflechte auch die Schleimhaut (Mukosa) befallen – dies bezeichnet man als Lichen ruber mucosae. Ein Lichen ruber im Mund betrifft vor allem die Wangenschleimhaut; Lichen ruber an den Genitalien betrifft meist die Schleimhäute von Scheideneingang und Eichel des Penis.

Die Ursache für die Knötchenflechte ist unbekannt. Vermutlich handelt es sich beim Lichen ruber planus um eine Autoimmunerkrankung.

Typische Anzeichen für den Lichen ruber planus sind einzelne blassblau-rötliche Knötchen (Papeln) auf der Haut, die sich als Folge der Entzündung bilden – entweder überwiegend im Bereich der Handgelenke sowie der Unterschenkel-, Fuß- und Knöchelregion oder ausschlagartig am gesamten Körper. An der Oberfläche der Knötchen befindet sich eine weißliche netzartige Zeichnung (sog. Wickham-Streifen). Die Hautveränderungen jucken unterschiedlich stark. Kratzen oder andere Reize, wie zum Beispiel Infektionen, können die Knötchenflechte verstärken und die Entwicklung von neuen Knötchen auf gesunder Haut auslösen.

Beim Lichen ruber der Schleimhäute (Lichen ruber mucosae) ist im Bereich der betroffenen Stellen (Läsionen) die typische weißliche netzartige Streifung deutlicher ausgeprägt. Diese Stellen können völlig symptomfrei bis stark schmerzhaft sein. In der Regel verläuft ein Lichen ruber der Genital- oder Mundschleimhaut hartnäckiger als eine Knötchenflechte der Haut.

Die Therapie bei Lichen ruber besteht meist darin, kortisonhaltige Präparate wie Cremes und Salben örtlich anzuwenden, um die Abheilung zu beschleunigen und den Juckreiz zu lindern. Auch andere örtliche Verfahren – wie die Lichttherapie (Bade-PUVA-Therapie), Kältetherapie (Kryotherapie) oder Lasertherapie – können bei einer Knötchenflechte zur Behandlung zum Einsatz kommen. Die Behandlungsmethoden führen jedoch nicht immer zum Erfolg. In den meisten Fällen aber verschwindet der Lichen ruber planus nach längerem Bestehen von selbst wieder, ohne Spuren zu hinterlassen. Allerdings kann sich aus einem jahrelang bestehenden Lichen ruber der Schleimhaut in seltenen Fällen Krebs entwickeln.



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