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Lichen ruber planus (Knötchenflechte)

Lichen ruber planus (Knötchenflechte): Therapie

Stand: 8. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Häufig erfordert ein Lichen ruber planus (Knötchenflechte) keine Therapie, da er nur in 20 Prozent der Fälle Beschwerden verursacht. In den meisten Fällen bildet sich die Hauterkrankung innerhalb von etwa einem Jahr von selbst (spontan) zurück.

Die gegen Lichen ruber planus eingesetzte Therapie zielt meist auf die Symptome ab. Ist der Auslöser für die Hautkrankheit bekannt, ist dieser nach Möglichkeit auszuschalten. Haben beispielsweise Arzneimittel bei Ihnen eine Knötchenflechte ausgelöst, ist es wichtig, dass Sie diese (und in ihrer Zusammensetzung vergleichbare) Medikamente absetzen und zukünftig vermeiden.

Bei einem Lichen ruber planus der Haut kommen zur Therapie meist kurzfristig Kortisonsalben oder Kortisonpflastern zum Einsatz, um einzelne Hautstellen zu behandeln; bei Hautpartien mit sehr ausgeprägtem Befall von Knötchenflechte kann der Arzt Ihnen Kortison-Kristalllösungen spritzen. Auch teerhaltige Präparate sind zur Behandlung geeignet.

Löst der Lichen ruber planus bei Ihnen einen starken Juckreiz aus, versuchen Sie nach Möglichkeit, die Haut nicht zu kratzen. Meist helfen kühlende Umschläge, kaltes Wasser, Eiswürfel oder Gelkissen gegen den Juckreiz. Außerdem können Antihistaminika dazu beitragen, die durch die Knötchenflechte entstandenen Beschwerden zu lindern.

Verläuft der Lichen ruber planus großflächig oder ausschlagartig, können eine Kortison-Therapie oder spezielle Vitamin-A-Säurepräparate seine Abheilung beschleunigen. Die Einnahme darf nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Auch die örtliche Lichttherapie (z.B. Bade-PUVA) kann bei Knötchenflechte hilfreich sein und den Juckreiz lindern. PUVA (Psoralen + UVA) ist eine Photo-Chemotherapie, der auch bei der Behandlung von Schuppenflechte erfolgreich ist.

In seltenen Fällen ist es notwendig, gegen einen Lichen ruber planus andere Präparate, wie zum Beispiel Ciclosporin, zur Therapie einzusetzen. Dieses Medikament unterdrückt das Immunsystem und zählt somit zu den Immunsuppressiva.

Insgesamt ist die Behandlung des Lichen ruber planus schwierig und langwierig – besonders wenn die entzündliche Hautkrankheit lang anhaltend (chronisch) verläuft. Vor allem bei einer befallenen Schleimhaut kann eine Knötchenflechte jahrelang bestehen und immer wieder zu offenen, schmerzhaften Stellen führen. Beim Lichen ruber planus der Mundschleimhaut (oraler Lichen ruber planus) erschwert der Speichelfluss die örtliche Therapie. Auch hier sind spezielle Kortisonpräparate oder Vitamin-A-Säurepräparate einsetzbar. Abtragungen der erkrankten Schleimhaut (z.B. durch Laser) sind zur Behandlung nur bedingt zu empfehlen, da sie häufig dazu führen, dass der Lichen ruber planus an der gleichen Stelle erneut auftritt. Außerdem ist für einen Behandlungserfolg zu bedenken, ob Karies, Zahnprothesen oder Zahnprothesenmaterial zu örtlichen Reizungen führen, da sie die Entwicklung von Lichen ruber planus auslösen oder verschlimmern können (sog. Köbner-Phänomen).

Weiterlesen: Lichen ruber planus (Knötchenflechte): Verlauf

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