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Lichen ruber planus (Knötchenflechte)

Lichen ruber planus (Knötchenflechte): Definition

Stand: 8. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Lichen ruber planus (Knötchenflechte) ist eine chronisch entzündliche, schubartig verlaufende Erkrankung der Haut und der Schleimhäute, die vermutlich zu den Autoimmunerkrankungen gehört. Die von der Hautkrankheit (Dermatose) betroffenen Regionen zeigen typische Veränderungen:

  • Knötchen (Papeln), die auf der Haut einzeln (solitär) oder dicht zusammenstehend (lichenoid) auftreten
  • Wickham-Streifen, die eine milchig-weißliche netzartige Zeichnung an der Oberfläche von Haut und Schleimhaut bilden

Lichen ruber planus kann in verschiedenen Formen auftreten, die sich in den befallenen Körperregionen und im Verlauf unterscheiden:

  • Der Lichen ruber planus der Mundschleimhaut (oraler Lichen ruber planus) ist die häufigste Form der Knötchenflechte; daneben können auch die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und am After befallen sein.
  • Eine Sonderform des Lichen ruber planus betrifft die Kopfhaut (Lichen ruber follicularis capillitii). Diese Form von Knötchenflechte besteht eher chronisch und kann durch Zerstörung der Haarfollikel und nachfolgendem Haarausfall zu kahlen Stellen führen.
  • Der Lichen ruber planus der Nägel führt zu verschiedenen Veränderungen am Nagel (z.B. Verdünnung, Rillenbildung, Aufspaltung) oder Nagelbett (Vernarbung mit nachfolgendem Ausfall des Nagels).
  • Beim Lichen ruber hypertrophycus, der meist die Schienbeine, Knöchel und Fußrücken befällt, bilden sich beidseitig symmetrische Hautsymptome aus, die besonders stark ausgeprägt sind. Daher ist der Verlauf dieser Form von Knötchenflechte oft langwierig.
  • Der Lichen ruber atrophicans zeigt beim Abheilen – anders als die anderen Formen – einen Gewebeschwund: Die betroffenen Hautstellen sind scharf begrenzt, weißlich und verdünnt. Diese Form befällt meist den Unterschenkel.

Häufigkeit

Lichen ruber planus (Knötchenflechte) tritt mit einer Häufigkeit von etwa einem Prozent in der Gesamtbevölkerung auf und betrifft in erster Linie Menschen im mittleren Lebensalter (30- bis 60-Jährige). In seltenen Fällen kommt es auch bei Kleinkindern zu Formen mit Ausschlag (Exanthem), zum Beispiel nach einer Grippe.

Weiterlesen: Lichen ruber planus (Knötchenflechte): Ursachen

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