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Stand: 15. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei der Leukämie-Therapie (Blutkrebs-Therapie) kann neben einer Chemotherapie sinnvoll sein, zusätzlich bestimmte Körperregionen zu bestrahlen – zum Beispiel den Schädel, damit sich die Leukämiezellen nicht im Gehirn ausbreiten. Röntgenstrahlung in bestimmter Dosierung verursacht Zellschäden bei gesunden und erkrankten Zellen. Gesunde Zellen können sich jedoch schneller erholen, da sie über bessere Reparaturmechanismen verfügen. Tumorzellen sind anfälliger: sie sterben ab.
Nebenwirkungen der Strahlentherapie können sein:
Eine Knochenmarktransplantation oder Stammzelltransplantation verspricht eine große Heilungschance bei Leukämien.
| Bei der sogenannten autologen Stammzelltransplantation gewinnt der Arzt das Stammzellen enthaltende Knochenmark vom Patienten selbst über eine Punktion des Hüftknochens (Beckenkamm). |
Die Stammzellen des Knochenmarks sind die Vorstufe aller Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen). Damit man die Transplantation durchführen kann, ist es notwendig, das blutbildende Knochenmark des Patienten zuvor mithilfe einer intensiven Chemotherapie komplett zu zerstören. Ziel dieser Therapie ist es, durch die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) alle Tumorzellen abzutöten, um dann dem Körper wieder gesunde, zur Blutbildung befähigte Zellen zuzuführen. Die gesunden Stammzellen erhält der Patient dabei über eine Transfusion. Die neuen Stammzellen gelangen so ins Blut und suchen sich ihren Weg ins Knochenmark von allein.
| Bei der allogenen Stammzelltransplantation sind Spender und Empfänger nicht identisch. |
Die gespendeten Zellen müssen trotzdem so ähnlich wie möglich sein und möglichst viele identische Oberflächenmerkmale aufweisen. Die größte Chance, Spenderzellen mit identischen Merkmalen zu finden, ist bei Familienangehörigen gegeben.
Zunächst ist es auch hier notwendig, das blutbildende Knochenmark des an Blutkrebs Erkrankten durch eine hochdosierte Chemotherapie zu zerstören. Danach überträgt man ihm mit einer Transfusion die gesunden Stammzellen des Spenders, die sich dann in seinem Knochenmark ansiedeln. Um zu verhindern, dass das Immunsystem die Spenderzellen abstößt, erhält der Patient zusätzlich Medikamente, die sein Immunsystem unterdrücken (sog. Immunsuppressiva).
Eine Stammzelltransplantation birgt allerdings auch Risiken: In der Phase, in der das Knochenmark zerstört wurde, besitzt der Betroffene zum Beispiel keine körpereigene Abwehr. Er ist deshalb gefährdet, sich mit harmlosen Keimen zu infizieren. Deshalb erhält er in dieser Zeit zusätzlich Medikamente wie Antibiotika, um schweren Infektionen vorzubeugen.
Bei einigen Formen der Leukämie (Blutkrebs) setzt man weitere, neue Medikamente ein – zum Teil im Rahmen von klinischen Studien. Dazu zählen unter anderem die Wirkstoffe Interferon-alfa (IFN-alfa) sowie Imatinib, der vor allem bei der chronisch myeloischen Leukämie (CML) sehr gute Ergebnisse erzielt.
Bei der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) kommen begleitend zu einer Chemotherapie die Wirkstoffe Rituximab und Alemtuzumab infrage. Sowohl Alemtuzumab als auch Rituximab sind künstliche Antikörper, die spezielle Oberflächenstrukturen der weißen Blutkörperchen erkennen und zu deren Zerstörung führen.
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