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Leukämie (Blutkrebs)

Einteilung

Stand: 15. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei der Leukämie (Blutkrebs) kann man vier Formen unterscheiden:

  1. akute lymphatische Leukämie (ALL)
  2. akute myeloische Leukämie (AML)
  3. chronisch myeloische Leukämie (CML)
  4. chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Akute lymphatische Leukämie (ALL)

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) (auch akute lymphoblastische Leukämie genannt), tritt vor allem bei Kindern auf. Im Verlauf der Erkrankung kann die ALL Organe wie das Gehirn und die Hirnhäute befallen. Diese Form des Blutkrebs behandelt man in erster Linie mit einer Chemotherapie. Die dafür zur Verfügung stehenden Medikamente (Zytostatika) erhalten die Betroffenen über die Vene als Infusion. Allerdings erreichen die Zytostatika so meist nicht ausreichend das Hirn und das Rückenmark, wo sich die bösartig entarteten Leukämie-Zellen aber auch befinden können. Bei betroffenen Kindern gibt man deshalb die Medikamente zusätzlich direkt in die Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), welche Gehirn und Rückenmark umfließt. Häufig ergänzt eine Bestrahlung des Schädels die Chemotherapie.

Akute myeloische Leukämie (AML)

Die akute myeloische Leukämie (AML) geht aus unreifen myeloischen Zellen hervor, das sind bestimmte Stammzellen der weißen Blutkörperchen. Die AML kann aber auch als sogenannte Erythroleukämie auftreten, bei der entartete rote Blutkörperchen (Erythrozyten) entstehen. Die AML tritt vor allem bei Erwachsenen auf.

Chronisch myeloische Leukämie (CML)

Bei der chronisch myeloischen Leukämie (CML) vermehrt sich eine bestimmte Form der weißen Blutkörperchen, die Granulozyten, sehr stark. Im Unterschied zu den akuten Formen des Blutkrebs sind diese Zellen jedoch zunächst funktionstüchtig. Erst wenn die chronische myeloische Leukämie nach Jahren in ein Akutstadium übergeht, tauchen massenhaft unreife Leukozyten (sog. Blasten) im Blut auf. Mediziner bezeichnen diesen Zeitpunkt als "Blastenkrise". Bei der CML finden sich Leukämiezellen im Knochenmark und im Blut, aber auch in mehreren Organen. Daher sind bei der CML die Leber und die Milz meist vergrößert. Für die Diagnose ist das sogenannte Philadelphia-Chromosom wichtig, welches bei über 90 Prozent der CML-Patienten vorkommt. Als Philadelphia-Chromosom bezeichnet man das Chromosom 22 des menschlichen Erbguts, bei dem im Unterschied zu gesunden Menschen jedoch ein Stück fehlt. Der Zusammenhang zwischen dem verkürzten Chromosom und CML wurde 1960 an Forschungseinrichtungen in Philadelphia (USA) entdeckt und trägt deshalb den Namen der Stadt. Die CML tritt am häufigsten zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf.

Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) gehört zu den sogenannten niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen und vor allem in höherem Lebensalter auf. Bei der CLL häufen sich bestimmte überwiegend funktionslose Leukozyten – die B-Lymphozyten (B-Zellen) – im Blut, im Knochenmark, in den Lymphknoten, in der Leber und in der Milz an. Intakte B-Zellen sind wichtige Zellen des Immunsystems, die für die Bildung von Antikörpern zuständig sind. Sie finden sich im Blut und in den lymphatischen Organen.

Durch die Vermehrung sind die Lymphknoten, die Leber und die Milz vergrößert. Typisch sind auch Hauterscheinungen wie Juckreiz, Ekzeme, Gürtelrose (Herpes zoster) und Hautblutungen. Bei einer CLL sind die B-Zellen zu 97 Prozent defekt. Sie können also ihre Aufgabe – die Bildung von Antikörpern – nicht mehr erfüllen. Die Folge ist das sogenannte Antikörpermangelsyndrom; das heißt die Immunabwehr des Betroffenen ist gestört – bakterielle Infekte treten deshalb häufiger auf.

Häufigkeit

Insgesamt erkranken in Deutschland jährlich knapp 10.000 Menschen neu an einer Leukämie (Blutkrebs). Im Mittel sind Leukämie-Patienten 68 (Frauen) beziehungsweise 69 (Männer) Jahre alt. Während chronische Leukämieformen insbesondere bei Erwachsenen vorkommen, tritt die akute lymphatische Leukämie (ALL) vorwiegend im Kindesalter oder auch bei jungen Erwachsenen auf. ALL ist die häufigste Krebsform bei Kindern, wobei etwa 80 Prozent aller kindlichen ALL-Fälle heilbar sind.

Weiterlesen: Leukämie (Blutkrebs): Ursachen

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