Leptospirose: von Tieren auf Menschen übertragbar

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (15. Januar 2016)

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Viele Menschen kennen Leptospirose von ihrem Hund. Die Infektionskrankheit kann aber Tier und Mensch gleichermaßen betreffen: Die ursächlichen Bakterien (sog. Leptospiren) sind zwischen Tieren und Menschen übertragbar. Damit gehört die Krankheit zu den Zoonosen.

Doch längst nicht alle infizierten Tiere entwickeln auch eine Leptospirose: Die natürlichen Wirte der Bakterien – das sind vor allem kleine Säugetiere (wie Mäuse und Ratten) – erkranken normalerweise nicht an der Infektion. Sie können die Bakterien allerdings teils lebenslang mit dem Urin ausscheiden und so andere Säugetiere (z.B. Hunde, Schweine, Rinder, Pferde) und Menschen anstecken.

Am häufigsten kommt Leptospirose in Ländern mit warmem und feuchtem Klima vor. Aber auch in gemäßigtem Klima – wie in Deutschland – können Leptospiren außerhalb ihrer Wirte (z.B. in Böden und Gewässern) überleben und ansteckend bleiben, wenn die Umweltbedingungen stimmen – sprich: wenn es warm und feucht genug ist.

Die Ansteckung mit Leptospirose passiert meistens durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem Urin infizierter Tiere, wobei die Bakterien dann durch kleine Hautverletzungen oder über die Schleimhäute in den Körper gelangen können. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben also Menschen, die regelmäßig

  • mit infizierten Tieren zu tun haben (z.B. Tierpfleger, Tierärzte) oder
  • im Freien mit Gewässern oder Böden in Berührung kommen, die durch Urin verschmutzt sind (z.B. beim Camping, beim Baden in Seen und Flüssen, bei manchen Outdoorsportarten, bei Feld- oder Kanalarbeiten).

Daher ist Leptospirose für einige Berufsgruppen eine anerkannte Berufskrankheit.

Beim Menschen verursacht Leptospirose meist nur milde, grippeähnliche Symptome. Dann kommt es zum Beispiel zu:

Leptospirose kann allerdings auch sehr heftig verlaufen – zum Beispiel mit Nierenversagen, Gelbsucht, vergrößerter Milz, Hirnhaut- und Gehirnentzündung oder Lungenblutungen – und im Extremfall tödlich enden.

Darum ist bei Verdacht auf Leptospirose in jedem Fall ein Arztbesuch ratsam. Der Arzt kann eine Probe (z.B. Blut oder Urin) im Labor auf Leptospiren untersuchen lassen und so die Infektion sicher nachweisen oder ausschließen.

Zur Behandlung von Leptospirose sind Antibiotika geeignet: Mit ihnen lassen sich die ursächlichen Bakterien abtöten. Besondere Schutzmaßnahmen im Umgang mit Infizierten sind nicht notwendig, weil es – bei Beachtung einfacher Hygieneregeln – sehr unwahrscheinlich ist, dass sich Leptospiren von Mensch zu Mensch übertragen.


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