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Lepra: Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juli 2015)

Lepra-Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Am häufigsten und am stärksten zeigt sich die früher auch als Aussatz bezeichnete Krankheit im Gesicht – manchmal sind auch die Augen, die Gliedmaßen und die Haut betroffen.

Erste Anzeichen für Lepra sind oft ein Taubheitsgefühl in den Fingern oder Füßen und angeschwollene Nervenstränge. Andere frühe Lepra-Symptome sind Hautflecken, die bei heller Haut gerötet sind und bei dunkler Haut hell erscheinen. Diese Hautflecken fühlen sich taub an. Gelegentlich halten Betroffene die mit Lepra einhergehenden Hautveränderungen für andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Schuppenflechte oder Wurmerkrankungen.

Welches Krankheitsbild bei Lepra auftritt, hängt von der individuellen Immunreaktion auf die Infektion ab. Die meisten Menschen sind nicht anfällig für Lepra – entwickeln also trotz einer Infektion keine Symptome. Nur bei etwa jedem Zwanzigsten bricht die Lepra durchschnittlich zwei bis vier Jahre nach der Ansteckung aus.

Bei Ausbruch der Lepra bilden sich zunächst einzelne kleine Hautflecken. Diese sogenannte Lepra indeterminata ist so uncharakteristisch, dass sie oft unbemerkt bleibt. In drei Viertel der Fälle verschwinden die Lepra-Symptome von selbst wieder. Wenn nicht, können sich nachfolgend je nach Reaktion des Immunsystems verschiedene Lepra-Formen entwickeln. Man unterscheidet zwei Extremformen und drei zwischen diesen Extremen liegende Zwischenformen (sog. Borderline-Formen). Die beiden Extremformen sind:

  • Die ansteckende lepromatöse Lepra (oder auch multibazilläre Lepra), die bei fehlender Immunantwort auftritt, und
  • die tuberkuloide Lepra (oder auch paucibazilläre Lepra), die bei vorhandener Immunantwort entsteht.

Lepromatöse Lepra

Nach Ausbruch der Lepra können die zunächst leichten Symptome bei fehlender Reaktion des Immunsystems in die lepromatöse Lepra übergehen – also die schwerste Form von Lepra, die sehr ansteckend ist und ohne Behandlung tödlich verlaufen kann. Die typischen Symptome der lepromatösen Lepra entstehen dadurch, dass sich die ursächlichen Bakterien (Mycobacterium leprae) im Gewebe fast ungehemmt vermehren:. Es sind bis zu einer Milliarde Bakterien pro Gramm Gewebe nachweisbar (daher auch der Name "multibazilläre Lepra").

Als Symptome treten dabei – vor allem im Gesicht – anfangs gerötete Hautveränderungen auf, die sich später zu knotigen Lepromen weiterentwickeln (sog. Knotenlepra). Zudem sterben oft Nervenzellen ab, was für die Betroffenen eine beträchtliche Verletzungsgefahr mit sich bringt: Häufige Folgen sind Narben und auch Verstümmelungen. Außerdem kann die lepromatöse Lepra zum Verlust der Augenbrauen führen.

Im Spätstadium befällt die lepromatöse Lepra oft auch innere Organe und Knochen. Weitere Symptome für diese schwere Lepra-Form sind Muskelschwund und damit einhergehende Lähmungserscheinungen. Die lepromatöse Lepra führt unbehandelt in jedem Fall zu einer fortschreitenden Verkrüppelung beziehungsweise Verstümmelung. Mithilfe von Antibiotika ist diese Lepra-Form jedoch heilbar.

Tuberkuloide Lepra

Bei vorhandener Immunantwort können die ersten Lepra-Symptome auch in die andere Extremform der Krankheit übergehen: in die sogenannte tuberkuloide Lepra (bzw. tuberkulöse Lepra). Diese mildere Lepra-Form äußert sich durch örtlich begrenzte Symptome der Haut: Es entstehen fleckenartige Hautverfärbungen. Außerdem kommt es durch frühzeitig befallene Nerven zu Lähmungserscheinungen. Typischerweise bremst die körpereigene Immunabwehr bei der tuberkuloiden Lepra die Vermehrung der Bakterien, weshalb man hier deutlich weniger Bakterien im Gewebe vorfindet (daher auch der Name "paucibazilläre Lepra").

Die tuberkuloide Lepra heilt teilweise von selbst aus. Im Vergleich zur lepromatösen Lepra ist das Risiko einer Ansteckung bei dieser Lepraform eher gering.



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