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Leistenbruch (Leistenhernie): überwiegend Männersache

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Oktober 2015)

© iStock

Der Leistenbruch (Leistenhernie) ist der häufigste Eingeweidebruch (Hernie) überhaupt: Drei von vier Hernien treten in der Leistengegend auf. Typisches Anzeichen hierfür ist eine Schwellung in der Leistengegend, die meist gut zu erkennen und zu ertasten ist.

Bei einem Leistenbruch "bricht" die vordere Bauchwand an einer Schwachstelle ("Lücke") in der Leistengegend. Durch diese Stelle (sog. Bruchpforte) wölben sich dann Bauchorgane – wie zum Beispiel Teile des Darms – im Bereich der Leiste vor (sog. Bruchinhalt). Die Eingeweide sind bei einer Leistenhernie immer noch im Bauchfell eingeschlossen, das sich durch die Lücke in der Bauchwand sackartig ausstülpt (sog. Bruchsack).

Die ursächliche Schwäche in der Bauchwand kann von Geburt an bestehen, wenn sich die Bauchwand während der Entwicklung des Fötus nicht vollständig verschließt. Ein Leistenbruch bei Kindern ist meist angeboren: Bis zu drei Prozent aller Kinder sind betroffenen – wobei Jungen rund fünfmal häufiger eine Leistenhernie haben als Mädchen.

Meist bildet sich eine Hernie in der Leistengegend jedoch später: Ein solcher erworbener Leistenbruch tritt in den allermeisten Fällen erst im Erwachsenenalter auf – bei Männern achtmal häufiger als bei Frauen. Mögliche Ursache ist zum Beispiel eine Bauchoperation, die Vernarbungen zur Folge hat, oder auch eine Bindegewebsschwäche: Letztere kann dazu führen, dass beispielsweise in der Schwangerschaft, durch Husten oder beim Heben einer schweren Last eine Leistenhernie entsteht.

Grundsätzlich ist der Leistenbruch bei der Frau deutlich seltener als beim Mann.

Neben der typischen Schwellung verursacht eine Leistenhernie häufig stechende Schmerzen, die teilweise beim Mann bis in die Hoden und bei der Frau bis in die Schamlippen ausstrahlen. Die mit dem Leistenbruch verbundenen Symptome verstärken sich, wenn der Druck im Bauchraum (z.B. durch Husten, Niesen oder Pressen) erhöht ist.

Anhand seiner Symptome ist ein Leistenbruch meist leicht zu erkennen. Nur manchmal ist eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) nötig, um zum Beispiel kleinere Hernien zu diagnostizieren. Auch bei Menschen mit straffer Bauchdecke oder mit starkem Übergewicht gelingt die Diagnose einer Leistenhernie oft nur so.

Die einzige wirksame Behandlung besteht beim Leistenbruch in einer Operation. Der Eingriff kann offen oder minimal-invasiv (mit einem Laparoskop) erfolgen. Grundsätzlich kann man jede Leistenhernie mit jeder Technik operieren. Welche Methode im Einzelfall zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren (z.B. Alter der Betroffenen, Größe der Bruchpforte) ab.

Die allermeisten operierten Leistenbrüche heilen problemlos aus. Nur in seltenen Fällen kommt es bei einem Leistenbruch zu Komplikationen – beispielsweise wenn die herausgetretenen Eingeweide eingeklemmt sind (sog. Inkarzeration). Liegt eine Einklemmung vor, macht die Leistenhernie eine sofortige Operation notwendig, weil sich Teile der Eingeweide entzünden können.



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