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Leistenbruch (Leistenhernie)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. August 2012)

Der Leistenbruch (Leistenhernie) ist der häufigste Eingeweidebruch (Hernie) überhaupt: Drei von vier Hernien treten in der Leistengegend auf. Typisches Leistenbruch-Anzeichen ist eine Schwellung in der Leistengegend, die meist gut zu erkennen und zu ertasten ist.

Bei einem Leistenbruch "bricht" die vordere Bauchwand an einer Schwachstelle ("Lücke") in der Leistengegend. Durch diese Stelle (sog. Bruchpforte) wölben sich dann Bauchorgane wie zum Beispiel Teile des Darms im Bereich der Leiste vor (sog. Bruchinhalt). Die Eingeweide sind dabei immer noch im Bauchfell eingeschlossen, das sich durch die Lücke in der Bauchwand sackartig ausstülpt (sog. Bruchsack).

Die ursächliche Schwäche in der Bauchwand kann von Geburt an bestehen (angeborene Leistenhernie), wenn sich die Bauchwand während der Entwicklung des Fötus nicht vollständig verschließt. Ein Leistenbruch bei Kindern ist meist angeboren. Leistenbrüche können aber auch erst später entstehen (erworbene Leistenhernie), zum Beispiel infolge einer Bauch-Operation, die zu Vernarbungen führt, oder aufgrund einer Bindegewebsschwäche: Dann kann ein Leistenbruch beispielsweise in der Schwangerschaft, durch Husten oder beim Heben einer schweren Last auftreten.

Neben der typischen Schwellung verursacht ein Leistenbruch als weitere Symptome häufig stechende Schmerzen, die teilweise beim Mann bis in die Hoden und bei der Frau bis in die Schamlippen ausstrahlen. Die mit der Leistenhernie verbundenen Symptome verstärken sich, wenn der Druck im Bauchraum (z.B. durch Husten, Niesen oder Pressen) erhöht ist, und ermöglichen meist eine leichte Diagnose. Nur manchmal ist eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) nötig, um zum Beispiel kleinere Leistenhernien zu diagnostizieren. Auch bei Menschen mit straffer Bauchdecke oder mit starkem Übergewicht ist ein Leistenbruch oft nur so zu erkennen.

Die einzige wirksame Leistenbruch-Behandlung besteht in einer Operation. Der Eingriff kann offen oder minimal-invasiv (mit einem Laparoskop) erfolgen. Grundsätzlich kann man jede Leistenhernie mit jeder Technik operieren; welche Methode im Einzelfall zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren (z.B. Alter der Betroffenen, Größe der Bruchpforte) ab.

Die allermeisten operierten Leistenbrüche heilen problemlos aus. Nur in seltenen Fällen kommt es bei einem Leistenbruch zu Komplikationen – beispielsweise wenn die herausgetretenen Eingeweide eingeklemmt sind (sog. Inkarzeration). Liegt eine Einklemmung vor, macht die Leistenhernie eine sofortige Operation notwendig, weil sich Teile der Eingeweide entzünden können.






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