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Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS)

Legasthenie: Verlauf

Stand: 12. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS) kann sich durch eine gezielte Therapie erheblich verbessern: Im weiteren Verlauf nehmen die Schwierigkeiten beim Lesen hierdurch in der Regel deutlich ab; die bei Legasthenie bestehende Rechtschreibschwäche kann allerdings auch für ältere Kinder und Erwachsene noch ein Problem sein.

Doch auch eine frühzeitig erkannte und behandelte Legasthenie kann sich auf den Verlauf der schulischen Ausbildung auswirken: Kinder mit LRS machen trotz Förderung meist häufiger Fehler beim Lesen und Schreiben als ihre Mitschüler. Auch das Arbeitstempo von legasthenischen Kindern ist langsamer. So erreichen nur etwa 25 Prozent der Schüler mit Legasthenie während der Grundschulzeit das gleiche Leistungsniveau wie ihre Mitschüler. Je schwerer eine Lese-Rechtschreib-Schwäche im Einzelfall ausgeprägt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Schulabbruchs. Außerdem sinken im gleichen Verhältnis die Chancen auf eine qualifizierte Berufsausbildung.

Die weitere Schullaufbahn ist für legasthenische Schüler besonders schwierig. In den höheren Klassenstufen müssen sie sich oft noch unbekannte Worte mühsam erlesen und mit vielerlei Merkhilfen und Eselsbrücken die Auswirkungen der Legasthenie gering halten. Dadurch geraten sie bei schriftlichen Aufgaben wie Diktaten und Aufsätzen oft unter erheblichen Zeitdruck. Legastheniker machen mehr Fehler, ihre Schrift verschlechtert sich und ihre Konzentrationsfähigkeit nimmt schneller ab. Auch das spätere Erlernen einer Fremdsprache ist durch eine Lese- und Rechtschreibschwäche erschwert.

All das ist für die betroffenen Kinder seelisch sehr belastend. Zuerst ist oft das Selbstwertgefühl gemindert. Die ständigen Misserfolge infolge der Legasthenie führen zu einem Motivationsverlust, manchmal sogar zu einer regelrechten Schulangst. Mit der Zeit lassen auch die Leistungen in den anderen Fächern nach, in denen die Kinder sonst normale Noten erreichen. Manche legasthenischen Kinder reagieren mit depressiven oder aggressiven Verhaltensänderungen auf die Dauerbelastung. Nicht selten treten infolge der Lese-Rechtschreib-Schwäche auch psychosomatische Beschwerden wie Bauchschmerzen und Panikattacken vor Prüfungen in dem betroffenen Fach auf.

Weiterlesen: Legasthenie: Vorbeugen

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