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Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS)

Legasthenie: Therapie

Stand: 12. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einer Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS) erfolgt grundsätzlich die gleiche Therapie wie bei einer Rechenschwäche (Dyskalkulie):

  • Die betroffenen Kinder, deren Eltern und Lehrer erhalten eine ausführliche Aufklärung zur Bedeutung der Legasthenie. Ein verständnisvoller Umgang mit der Teilleistungsstörung hilft, die seelische Belastung der Legastheniker zu vermindern.
  • Der Therapeut bespricht Hilfsmaßnahmen mit den Eltern und Lehrern. Dazu gehören wichtige Tipps für den Umgang mit von Legasthenie betroffenen Kindern: auf die Stärken der Kinder achten, diese hervorheben, fördern und schon kleine Erfolge loben.
  • Legastheniker erhalten weitere schulische und sonstige Unterstützung wie Förderkurse, Rücksichtnahme bei der Benotung und Versetzung. Dabei sollte das Grundgesetz Artikel 3 konsequente Anwendung finden: Niemand darf wegen einer Behinderung benachteiligt werden. Wenn die Legasthenie außerschulische Fördermaßnahmen nötig macht, ist es möglich, eine finanzielle Unterstützung durch das jeweilige Bundesland zu beantragen.
  • Gegen die Legasthenie helfen spezielle Übungen im Lesen oder Schreiben. Bei diesen zur LRS-Behandlung geeigneten Übungen kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, wie etwa Lesen lernen mit einer Handzeichensprache, Computerprogramme oder die Verwendung von rhythmischen Hilfen.
  • Des Weiteren ist es ratsam, psychische Begleitstörungen zu behandeln und Techniken zur Fehlerkontrolle und Selbstbestärkung zu vermitteln.

Bei einer Legasthenie ist es wichtig, dass die Therapie so früh wie möglich beginnt – etwa ab der zweiten Klasse. Sie besteht am besten aus ein bis zwei Stunden Einzeltherapie pro Woche.

Teilleistungsstörungen wie die Legasthenie bleiben noch immer häufig unerkannt. Aufgrund der weitreichenden Folgen plädieren manche Fachleute für eine Früherkennung bereits im Vorschulalter oder zumindest in der ersten Klasse und dafür, dass Kinder mit einer möglichen LRS eine vorbeugende frühe Förderung erhalten.

Weiterlesen: Legasthenie: Verlauf

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