Leberkrebs (Leberkarzinom): Therapie mit Medikamenten (systemische Therapie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. März 2016)

Behandlung mit Sorafenib

Seit 2007 gibt es für die Leberkrebs-Therapie einen Wirkstoff namens Sorafenib, der als Tablette zur Verfügung steht. Sorafenib kann im Rahmen einer palliativen Therapie hilfreich sein: Bei Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom), der nicht mehr geheilt werden kann, kann das Medikament kann die Lebenserwartung des Patienten etwas verlängern.

Chemotherapie

Die Chemotherapie spielt bei Leberkrebs, vor allem bei den in Deutschland vorkommenden Leberzellkarzinomen, eine untergeordnete Rolle. In manchen Fällen (z.B. wenn keine Leberzirrhose vorliegt) ziehen Ärzte diese Therapiemöglichkeit aber auch bei Leberkrebs in Betracht. Medikamente, die bei einer Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung eingesetzt werden, nennt man Zytostatika. Es sind Zellgifte, die – vereinfacht gesagt – vor allem Krebszellen angreifen. Derzeit untersuchen Wissenschaftler, ob sich bei Leberkrebs eine Kombination aus Chemotherapie und dem Wirkstoff Sorafenib günstig auf die Lebenserwartung auswirken kann.

Palliative Therapie

Falls der Leberkrebs aufgrund seiner Ausdehnung nicht vollständig durch eine Operation entfernt werden kann, zielt die Therapie nicht mehr auf eine Heilung ab. Vielmehr steht im Vordergrund, die Lebensqualität des Patienten zu sichern und zu verbessern. Dazu gehören neben der möglichen Entfernung einiger Krebsherde eine effektive Schmerztherapie und die Beseitigung sonstiger Beschwerden durch den Tumor. Die palliative Therapie kommt unter anderem für Menschen mit Leberkrebs im Endstadium infrage, also wenn der Krebs sehr weit fortgeschritten ist.

Allerdings gilt: In jedem einzelnen Fall sollte individuell abgewogen werden, ob und welche Art der Therapie sinnvoll ist. Mitunter kommen alle Beteiligten zu dem Ergebnis, dass keine operative oder örtliche Therapie gegen den Leberkrebs erfolgen soll. So lassen sich durch eine Behandlung bedingte mögliche Nebenwirkungen verhindern.


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