Leberkrebs (Leberkarzinom): Örtliche (lokale) Therapieverfahren

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. März 2016)

Örtliche, nicht-operative Therapieverfahren (lokal-ablative Verfahren) zielen darauf ab, einzelne bösartige Lebertumoren zu zerstören. Sie kommen in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz, wenn eine teilweise Entfernung der Leber mittels Operation nicht möglich ist. Zum Beispiel:

  • als alleinige Therapie bei kleinen Tumoren mit dem Ziel der Heilung,
  • um die Zeit bis zu einer Lebertransplantation zu überbrücken beziehungsweise um die Tumoren zu verkleinern und damit den Eingriff erst zu ermöglichen,
  • als palliative Therapie, das heißt, um die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern, wenn eine Heilung nicht möglich ist.

 Radiofrequenz-Ablation

Bei der Radiofrequenz-Ablation (Radiofrequenztherapie) führt der Arzt einen Katheter oder Applikator an den Krankheitsherd in der Leber. Mithilfe von Radiofrequenzwellen erhitzt er das Gebe des Tumors. Dann trägt er den Tumor über eingebrachte Instrumente ab. Je nach Befund sind mehrere Sitzungen notwendig.

Verödung des Tumors

Einzelne kleinere Tumoren unter drei bis vier Zentimetern Durchmesser können zerstört werden, indem der behandelnde Arzt hochkonzentrierten Alkohol (Ethanol) durch die Haut (perkutan) in den Lebertumor einspritzt (perkutane Ethanolinjektion, PEI). Diese Prozedur wird mehrfach wiederholt. In Deutschland kommt diese Therapiemethode immer seltener zum Einsatz, da die Radiofrequenztherapie ihr in der Regel überlegen ist.

Gefäßverschluss (Embolisation)

Bei diesem Verfahren verstopft der Mediziner das Gefäß, das zum Tumor führt, sodass dieser nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden kann – seine Zellen sterben ab. Spritzt der Arzt zusätzlich ein Zellgift in das Blutgefäß, verstärkt dies den Effekt. Diese sogenannte transarterielle Chemoembolisation (TACE) kann auch vor einer Operation erfolgen, um den Tumor zu verkleinern.

"Innere Bestrahlung" (selektive interne Radiotherapie)

Bei dem recht neuen Verfahren der sogenannten selektiven internen Radiotherapie (SIRT) wird die Leber von innen örtlich bestrahlt. Hierzu bringt der Arzt sehr kleine, mit einer radioaktiven Substanz angereicherte Kügelchen direkt in die Blutgefäße ein, welche die Leber versorgen.


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